Spielbericht

Vorbereitung, Teil 2: Klassischer Schlagabtausch im Ellental

In ihrem zweiten Vorbereitungsspiel zur kommenden DEL2-Saison gastierten die Löwen in Bietigheim. Erst nach Verlängerung entschieden die Steelers die Neuauflage des letztjährigen Play-off-Viertelfinales mit 3:2 für sich.

Bietigheim (DJ) – Frankfurt und Bietigheim. In der DEL2 fast schon so etwas wie der „Classico“- ab dieser Saison aber nur noch eine Partie der Vorbereitung. Während für die Steelers in der kommenden Woche der Auftakt in der DEL ansteht, bestritten die neuformierten Löwen heute ihr zweites Testspiel.

Nach über sechzig durchaus ansehnlichen Minuten stand eine für die Löwen beachtliche und äußerst knappe 2:3-Niederlage. Nachdem Weiss und Jasper die Steelers im 2. Drittel schon mit 2:0 in Front brachten, kamen die Löwen zunächst durch Moser (48.) zurück. 42 Sekunden vor Ende der Partie egalisierte Schwartz (60.) die Führung.

A new goalie in town

Für die Löwen feierte an diesem Abend Jake Hildebrand seine Premiere im Trikot und Tor. Und der neue Starting Goalie, von den Florida Everbaldes aus der ECHL zu den Löwen gewechselt, stand während des ersten Drittels mehrfach im Fokus des Spielgeschehens.

Weniger der Klassenunterschied, mehr der unterschiedliche Stand in der Vorbereitung und der Grad der „Eingespieltheit“, machten den Unterschied in den ersten zwanzig Minuten. Zwar spielten die neu formierten Löwen munter mit, die besseren Chancen erspielten sich aber klar die Bietigheimer Hausherren. Evan Jasper (2.), Yannik Wenzel (5.) und Ex-Eisbär Constantin Braun hatten bis zum ersten Power-Break gute Gelegenheiten, die Hildebrand aber mit gutem Stellungsspiel und einer flinken Fanghand zunichte machte.

Nach der Kurzunterbrechung kam Carson McMillan für die Löwen erstmals wirklich gefährlich zum Abschluss, doch Steelers-Keeper Sami Aittokallio parierte ebenfalls. Während einer Strafe gegen Bietigheim (ab 13.) hatten erneut McMillan und Pierre Preto zwei weitere Gelegenheiten, die aber ebenso beim finnischen Goalie endeten.

Steelers legen vor

Die Löwen mussten heute auf ihren angeschlagenen Center Matt Carey verzichten, so dass Head-Coach Bo Subr seine Reihen nochmals neu zusammenstellte. Dennoch gelang es den Löwen nach der ersten Pause die Kräfteverhältnisse auf dem Eis mehr auszugleichen - auf die Anzeigentafel kamen aber nur die Hausherren.

Genau fünf Minuten waren im zweiten Drittel gespielt, als Jake Hildebrand seinen ersten Gegentreffer hinnehmen musste. Bietigheim generierte viel Verkehr vor dem Tor der Löwen, die den Puck nicht klären konnten, so dass irgendwann Daniel Weiss an die Scheibe kam und den Puck vorbei an Hildebrand ins Tor bugsierte (26.). Gut drei Minuten vor Ende des Drittels erhöhte Evan Jasper per Direktabnahme auf 2:0 (37.)

Anders als mit dem Ergebnis konnten die Löwen Coaches mit dem Spiel ihrer Löwen in vielen Facetten aber durchaus zufrieden sein. Vor allem körperlich und in den Zweikämpfen waren die Löwen dem Neu-DEL-Team ebenbürtig. Auch defensiv standen die Löwen oft gut - die schon eingespielte Offensive der Steelers wusste allerdings zumindest zweimal ihre Vorteile auszuspielen. Im Angriff ergaben sich für die Löwen zunächst nur bei schnellen Abschlüssen (Sykora 22.) oder Einzelaktionen (Schwartz 34.) gute Chancen.

Festgebissen

Bis Sami Aittokalo allerdings erstmals geschlagen war, dauerte es noch bis in die 48. Minute. Bei einem Schuss von Kevin Maginot stand Ryon Moser im Slot genau richtig und fälschte den Puck perfekt und unhaltbar in die Maschen ab. Matt McKnight hatte die Löwen zuvor durch eine Fünf-Minuten-Strafe + Spieldauer (Stockstich gegen Marius Erk) in Überzahl gebracht, Pierre Preto den Anschluss auch schon auf der Kelle, aber er wurde noch am Abschuss gehindert. Auch Tomas Sykora hätte die Löwen mit etwas Glück schon auf die Anzeigentafel bringen können, doch er scheiterte an Aittokallio (46.).

Durch die große Strafe blieben die Löwen auch nach dem 2:1 in Überzahl und kamen weiterhin zu Chancen. Erneut Maginot mit einem Distanzschuss und anschließend Tomas Sykora mit einem Penalty scheiterten an Aittokallio.

Aber ganz so seicht wollten Steelers und Löwen ihr, für längere Zeit, letztes Aufeinandertreffen dann doch nicht beenden. Offenbar waren noch ein paar Rechnungen aus den vergangen Play-offs zu begleichen: Erst Erk und Stretch, dann auch Strodel, mussten nach Handgemengen auf die Strafbank. Als nach Ablauf der Strafen dann schon (fast) wieder ein lockeres Ende in Sicht schien, setzten die Löwen doch noch ein letztes Ausrufezeichen. Rylan Schwartz bescherte den Löwen mit seinem 2:2-Ausgleich nicht nur einen Achtungserfolg, sondern auch den mitgereisten Löwen-Fans einen (weiteren) Grund zum Feiern.

Und die Feierlaune zu verderben, gelang selbst Riley Sheens Powerplay-Siegtreffer in der Verlängerung (62.) nicht mehr.

Ausblick

Zum nächten Vorbereitungsspiel reisen die Löwen am Sonntag nach Tilburg in die Niederlande. Ab 17.30 Uhr messen sie sich dort mit den Trappers aus der Oberliga Nord. Kommenden Freitag (10.09.) folgt dann das erste (und einzige) Vorbereitungsspiel in der Frankfurter Eissporthalle gegen den EV Landshut.

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt 3:2 n.V. (0:0, 2:0, 0:2, 1:0)