Spielbericht

Wölfe mit dem letzten Biss

In einer umkämpften Partie unterliegen die Löwen Frankfurt den Wölfen Freiburg mit 2:5

Freiburg (MK) – Statistik ist Schall und Rauch – diese Binsenweisheit erwies sich beim letzten Auswärtsspiel der Löwen Frankfurt im Kalenderjahr 2021 leider einmal mehr als zutreffend. Denn trotz fast perfekter Historie gegen die Wölfe Freiburg und einer blütenweißen Weste bei Aufeinandertreffen am Dienstagabend zogen die Frankfurter diesmal den Kürzeren.

Dabei sorgten Carson McMillan und Yannick Wenzel vor 500 Zuschauern in der mittlerweile Echte Helden Arena genannten altehrwürdigen Franz-Siegel Halle sogar für die zwischenzeitliche 2:1-Führung der Südhessen, die weiterhin auf Routinier Tomás Sykora verzichten mussten. Zwischen den Pfosten startete nach zuletzt zwei Starts von Jake Hildebrand turnusgemäß wieder Bastian Kucis.

Löwenschreck Linsenmaier gleich zur Stelle

Beide Teams starteten schwungvoll in die Partie, die vom Eröffnungsbully weg hin und herwogte. Nach ersten Paraden der beiden Schlussmänner Patrick Cerveny auf Seiten der Breisgauer und Bastian Kucis war es einmal mehr Nikolas Linsenmaier, der für die Wölfe ins Schwarze traf.

Der „ewige Freiburger“ reagierte nach einem von Kyle Sonnenburg abgefälschten Querpass von Christian Billich am Schnellsten (6. Spielminute).

Zwar bot sich dem Tabellenzweiten sogleich in Überzahl die Möglichkeit zu einer schnellen Antwort, doch das ligaweit effizienteste Powerplay kam auch in Baden nicht recht auf Touren. Stattdessen kamen sogar die Hausherren durch den Ex-Löwen Marc Wittfoth zu zwei Chancen in Unterzahl (9.).

Auch das erste Überzahlspiel der Wölfe endete mit dem gleichen Ergebnis – dank einer famosen Rettungstat von Manuel Strodel. Christian Billich hatte am langen Pfosten erneut Nikolas Linsenmaier gefunden, doch „Mr. Unterzahl“ verhinderte mit einem Monster-Block auf der Linie das sichere 2:0 (17.).

Löwen drehen Partie

Nach dem ersten Seitenwechsel drehte sich dann jedoch die Marschrichtung deutlich. Bo Subr hatte offensichtlich in der Kabine die richtigen Worte gefunden, denn fortan setzten die Löwen zum Sturmlauf auf das von Patrick Cerveny überaus aufmerksam gehütete Wölfe-Tor. 17:6 Torschüsse standen am Ende des Mitteldrittels zu Gunsten der Gäste zu Buche, darunter zwei Treffer ins Schwarze.

Yannick Wenzel gab in der 26. Spielminute bereits erste leise Hoffnung zum Jubeln, der Videobeweis offenbarte aber, dass sein Abschluss die Torlinie nicht passiert hatte. Doch der Tabellenzweite ließ sich davon nicht entmutigten und kam schließlich durch Carson McMillan zum zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Ausgleichstreffer (30.).

Auch das obligatorische Power-Break sorgte nur für eine temporäre Verschnaufpause, konnte den Offensivdruck der Südhessen jedoch nicht brechen. Kurz nachdem Tyson McLellan die neuerliche Wölfe-Führung verpasste, fälschte Yannick Wenzel einen Schlagschuss von Dylan Wruck (32.) unhaltbar ab.

In der Folge beruhigte sich die Partie – beide Mannschaften störten nun das Aufbauspiel des Anderen mit frühem Forechecking.

Déjà-vu der unschönen Art

Wie beim letzten Gastspiel in Bad Tölz sollte sich auch diese Führung als trügerisch für die Löwen erweisen. Denn wie so häufig im Eishockey reichte eine gelungene Aktion, um die Partie kippen zu lassen. Alexander Brückmann schweißte die Scheibe in Überzahl von der blauen Linie unhaltbar für Bastian Kucis ins Frankfurter Tor (46.).

Als nur zwei Minuten später Tyson McLellan nach einem „lucky bounce“ seines eigenen Querpasses Bastian Kucis auf dem falschen Fuß erwischte und die erneute Wölfe-Führung markierte (48.), waren plötzlich wieder die Mannen aus der Mainmetropole gefragt.

Diese fanden jedoch trotz direkter Auszeit von Bo Subr und noch 12 Minuten Spielzeit keinen neuerlichen Schwung gegen nun dank der neuerlichen Führung mit der sprichwörtlichen „zweiten Luft“ agierenden Freiburger.

Als die Südhessen in den Schlussminuten mit dem sechsten Feldspieler auf den Ausgleich drängten, war es Jubilar Christian Billich in seinem 600. DEL2-Spiel vergönnt mit einem Schuss ins leere Löwen-Tor für die Entscheidung zu sorgen (60.).

Dass auch Philip Feist acht Sekunden vor Spielende aus dem eigenen Drittel ebenfalls ins leere Gäste-Gehäuse traf, hatte dann schon nur noch statistischen Wert (60.).

Ausblick: Jahresabschluss gegen Landshut

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2021 empfangen die Löwen bereits am Donnerstag den EV Landshut. Aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung kann die Begegnung des 29. Spieltags dann leider wieder nur vor leeren Rängen stattfinden.

Auf den bekannten Kanälen berichtet das Social-Media-Team der Löwen ab 19:30 Uhr dann aber natürlich wieder live für euch. Und SpradeTV überträgt das Spiel live!

Wölfe Freiburg - Löwen Frankfurt 5:2 (1:0; 0:2; 4:0)

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