Spielbericht

Wölfe stoppen Siegesserie der Löwen

Nach drei Erfolgen am Stück endet die kleine Siegesserie der Löwen durch ein 1:3 beim EHC Freiburg.

Freiburg (DJ) – 0:2 nach gerade einmal 2:14 Minuten. Ein klassischer Fehlstart führte die Löwen Frankfurt am 11. Spieltag der DEL2-Saison 2019/2020 früh auf die Verliererstraße in Freiburg. Mit 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) gewannen die Wölfe am Ende gegen die Löwen, die dennoch auf dem 5. Tabellenplatz bleiben.

Nach dem Doppelschlag von Niko Linsenmaier traf Roope Ranta für die Löwen zwar noch im 1. Drittel zum 1:2 aus Frankfurter Sicht, doch trotz aller Bemühungen wollte der Ausgleich bis zum Schluss nicht gelingen. Ein Empty-Net-Tor sorgte in der Schlussminute für den Endstand und ließ die Wölfe unter den 2.397 Zuschauern in der Echte-Helden-Arena jubeln.

Fehlstart

Freiburgs größte Stärke aktuell ist ihr Powerplay. Mit über 28% stellen sie das zweitbeste Überzahlspiel der Liga und schon in den ersten Minuten verdeutlichten die Wölfe auch warum. Eine Strafe gegen Steven Delisle nach 43 Sekunden brachte die Löwen früh in Unterzahl, und Freiburgs Wölfe rudelten im Frankfurter Drittel umher. Zwar verteidigten die Löwen gut, doch nach einer Parade von Jimmy Hertel sprang der Puck in die Luft, wo ihn Niko Linsenmaier direkt ins Netz retunierte (3.). Ein Verdacht auf (zu) hohen Stock lag sehr nahe, jedoch verzichteten die Schiedsrichter auf eine Videokontrolle.

Der Powerplay-Gegentreffer wäre für die Löwen leichter hinnehmbar gewesen, hätte es zu diesem Zeitpunkt nicht schon 0:1 gestanden. Denn schon nach 15 Sekunden war es ebenfalls Linsenmaier, der die Wölfe in Führung brachte. Ein misslungenes Zone Clearing der Löwen ließ Freiburg den Puck in der Zone halten, Max Faber konnte Scott Allens Pass in den Slot zwar abfälschen, traf mit der Scheibe aber den vorbeiskatenden Linsenmaier genau auf die Brust, so dass ihm die Scheibe direkt auf die Kelle fiel und er mit einem Rückhandheber unter den Winkel das 1:0 markierte (1.). 

Temporeiche Partie

"We came out flying,“ brachte Freiburgs neuer Coach Peter Russell den Auftakt seines Teams auf den Punkt. Die Löwen hatten den Wölfen zunächst nur wenig entgegenzusetzen. Erst als sie nach den beiden Gegentoren die Partie etwas beruhigt hatten, kamen auch sie besser ins Spiel. Im Gegenteil zu den letzten Jahren, als Freiburg oft sehr defensiv spielte und gewissermaßen das „badische Pendant“ der Bayreuth Tigers verkörperte, agieren die Wölfe anno 2019/2020 deutlich offensiv ausgerichteter.

Die Bewegung, die zu jeder Zeit der Partie auf dem Eis herrschte, hätte den Löwen im eigenen Spielaufbau eigentlich zu Gute kommen können, doch gegen die Wölfe leisteten sich die Löwen, wie bei der letzten Niederlage vor fünf Spieltagen gegen Heilbronn, zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel. So konnten sie auch in ihrer einzigen Überzahlgelegenheit nach einer Strafe gegen Christian Neuert (8.) keinen nachhaltigen Offensivdruck aufbauen und der Anschlusstreffer blieb aus. Ein Puckverlust bescherte Luke Pither gar einen 1-gegen-0-Konter, den allerdings Hertel mit einem starken Reflex vereitelte.  

Anschluss für die Löwen

In der 13. Minute traf Ranta zum 1:2-Anschluss für die Löwen. Der Treffer kam ein wenig aus dem vielzitierten „heiteren Himmel“, der an diesem Sonntag in Freiburg aber tatsächlich herrschte. Wölfe-Coach Russell hatte seine 4. Reihe zu einem Defensivbully gegen die Topformation der Löwen (wie zuletzt: Ranta, MacAulay, Mitchell) beordert. Zwar hatte Löwen-Center MacAulay heute keinen guten Tag am Anspielpunkt, doch gewann er dieses Bully zu Leon Hüttl. Dessen Querpass nutzte Daniel Wirt zu einer harten Direktabnahme, die Ben Meinser im Freiburger Tor nicht recht zu fassen bekam. Möglicherweise wäre die Scheibe auch von selbst ins Tor getrudelt, zur Sicherheit drückte sie Ranta aber final über die Linie.

Der Treffer brachte die Löwen zurück in Schlagdistanz, und zwei überstandene Strafen gegen Carter Proft (20.) und Mike Fischer (26.) manifestierten auch den Glauben an ein weiteres Comeback. Gleichzeitig unterbrachen die Strafen immer wieder Phasen der Löwen, in denen sie dabei waren offensiven Druck aufzubauen.

Mitte des 2. Drittels war Hertel glücklicherweise warm geschossen, als Freiburg über drei Wechsel zahlreiche gute Abschlüsse auf das Tor der Löwen brachte. Doch Hertel entschärfte die Versuche von Pither (31.), Spiro (31.) sowie Linsenmaier (32.) und die Löwen-Defense räumte die Rebounds konsequent aus der Gefahrenzone. Auch ein Aufbaufehler an der eigenen blauen Linie, der Scott Allen einen Alleingang ermöglichte, bügelte Hertel mit einer starken Parade aus (37.).

Ladungshemmung in der Offensive

Die Abschlüsse der Löwen bestanden häufig aus Distanzschüssen der Kanoniere Delisle, Faber und David Suvanto, die im Verkehr vor dem Tor abgefälscht oder per Rebound verwertet werden sollten. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Eddie Lewandowski nach Direktabnahme eines Querpasses, die aber von Meisner entschärft wurde (40.).

Als Wölfe-Coach Russell nach dem Spiel von einem „great goalie“ mit „key saves“ sprach, dürfte ihm diese Szene im Kopf gewesen sein, denn im 3. Drittel war Meisner eigentlich selten wirklich gefordert. Ausnahme war ein Wechsel der Löwen in der 52. Minute als zuerst MacAulay den durchstartenden Martin Buchwieser mit einem Strechpass bediente und Buchwieser von halbrechts frei zum Schuss kam. In der Folge bediente Buchwieser den im Slot lauernden Lewandowski, doch beide Versuche parierte Meisner.

Da die Wölfe ansonsten weitestgehend gefährliche Kombinationen in den Slot verhinderten und den Löwen lediglich die Bereiche entlang der Bande zur Entfaltung erlaubten, versuchten die weiterhin mit Distanzschüssen, Tips und Rebounds den Ausgleich zu erzwingen. Eine Strafe gegen MacAulay (56.) verzögerte die Schlussoffensive der Löwen um wertvolle Minuten. In der verbleibenden Zeit versuchten die Löwen-Coaches mit der Herausnahme von Hertel noch einmal alles, aber auf dem Eis fiel lediglich noch der Empty-Net-Treffer von Christian Billich zum 3:1-Endstand.

Ausblick

Am kommenden Freitag (18. Oktober) empfangen die Löwen die Bietigheim Steelers in der Eissporthalle. Im Topspiel der letzten Jahre treffen aktuell der Tabellendritte und -fünfte aufeinander. Karten für die Partie gibt es im Löwen-Ticket-Shop.

Am Sonntag (20.10.) reisen die Löwen nach Crimmitschau zum Gastspiel bei den Eispiraten. Der Spielbeginn in Sachsen ist bereits um 17.00 Uhr. SpradeTV überträgt die Partien natürlich live.

EHC Freiburg – Löwen Frankfurt 3:1 (2:1, 0:0, 1:0)

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