Spielbericht

Zweiter Test: KHL-Team Sibir stärker als leidenschaftliche Löwen

Im zweiten Vorbereitungsspiel müssen sich die Löwen dem KHL-Club aus Nowosibirsk mit 2:6 geschlagen geben.

Mit etwas müden Beinen, aber viel Leidenschaft traten die Löwen Frankfurt im zweiten Vorbereitungsspiel auf die DEL2-Saison 2019/2020 gegen das russische Top-Team Sibir Nowosibirsk beim Einladungsturnier in Hämeenlinna an. Nur 16 Stunden nach ihrem Duell mit Gastgeber HPK lieferten sich die Löwen einen leidenschaftlichen Kampf mit dem KHL-Team, mussten sich aber mit 2:6 (0:4, 0:1, 2:1) geschlagen geben.

„Das Ergebnis mag es nicht verraten, aber wir haben heute besser gespielt als noch gestern Abend“, erklärte Löwen Head Coach Matti Tiilikainen direkt nach Spielende. „Wir haben uns nicht versteckt und hatten viele gute Aktionen. Schön, dass wir uns am Ende auch noch dafür belohnen konnten.“

Die Rede ist von den Treffern, die Neuzugang und U20-Nationalspieler Luis Schinko sowie Darren Mieszkowski von Kooperationspartner Krefeld erzielen konnten.

Sibir gibt Tempo vor

Von Beginn an fuhren die Russen ein enorm hohes Tempo. Anfangs merkte man dem einen oder anderen Löwen an, dass ihm das Spiel vom Vorabend noch in den Knochen steckte. Trotzdem hatten die Frankfurter die erste Chance: Leon Hüttl prüfte Alexei Krasikov im Sibir-Tor von der blauen Linie (2.).

Doch schnell zeigte sich die Klasse der Mannen aus Nowosibirsk. In der 2. Minute eroberte Mikhael Romayev den Puck in der neutralen Zone. Sein verdeckter Schuss ließ Patrick Klein, der erneut im Löwen-Tor begann, keine Chance.

In der 6. Minute erhöhte Nowosibirsk auf 2:0. Vladimir Pervushin brachte die Scheibe aus spitzem Winkel gezielt vors Tor. Viktor Komarov nahm den Pass direkt. Klein war zur Stelle, doch der Rebound landete direkt vor Pervushins Schlittschuhen und er schob aus kurzer Distanz ein (6.).

Wenig später spielte Frankfurt erstmals in Unterzahl. Diese Möglichkeit nutzte Sibir eiskalt aus. Ein Schuss von der blauen Linie von Alexander Loginov verfehlte knapp das Tor. Doch der Puck sprang von der Bande direkt vor den hinteren Pfosten, wo Alexander Sharov ungehindert einnetzen konnte (9.).

Löwen werden stärker

Die Russen machten weiter Tempo und kamen zu Chancen durch Alexei Yakovlev (11.) und Komarov (13.). Beide Male rettete Klein in höchster Not auf teils spektakuläre Art und Weise. Doch auch die Löwen ließen sich von dem Rückstand nicht einschüchtern. In der 12. Minute gelang ihnen ein sehr guter Aufbau im gegnerischen Drittel. Und nach einer langen Pass-Stafette über Eddie Lewandowski, Max Faber, David Suvanto und wieder Lewandowski landete der Puck auf dem Schläger von Lukas Koziol, der aus kurzer Distanz an Krasikov scheiterte.

Nur zwei Minuten später kam Max Eisenmenger über die rechte Seite. Er arbeitete sich zum Tor vor und hatte freie Schussbahn. Doch der Puck ging knapp am langen Pfosten vorbei. In der 17. Minute folgte die nächste dicke Löwen-Chance. Dominik Meisinger eroberte den Puck im neutralen Drittel und leitete somit einen Konter ein. Er spielte von links vors Tor zu Luis Schinko. Doch auch er blieb an Krasikov hängen.

Und so kam es, wie es kommen musste. Die Löwen nutzten ihre Chancen nicht und mussten zusehen, wie im zweiten Spiel in Folge in den letzten Sekunden des 1. Drittels ein Gegentor fiel. Gleb Zyryanov tankte sich auf rechts durch, zog vors Tor und überlistete Klein mit einem Rückhandschuss (20.) zum 4:0.

Viele Chancen für Löwen

Im Mittelabschnitt fanden die Löwen ihren Rhythmus und immer wieder Wege, ihren Gegner unter Druck zu setzen. Max Faber hatte gleich zwei Chancen – einmal auf Zuspiel von Stephen MacAulay (24.) und einmal auf Pass von Lewandowski (28.). Zwischen diesen beiden sehr guten Chancen lag allerdings noch ein russischer Treffer: Loginov hatte im Powerplay nach Verwirrung vor Klein mit einem strammen Schuss auf 5:0 erhöht gehabt (27.).

In der 29. Minute spielten dann auch die Löwen endlich einmal mit einem Mann mehr – und sie wussten zu gefallen. Der Puck lief gut und es gab zahlreiche Chancen. MacAulay, Martin Buchwieser, Carter Proft und Lewandowski – sie alle hatten einen Treffer auf dem Schläger, scheiterten aber an Krasikov und den Nerven.

Auch nach der Überzahl fanden die Löwen immer wieder Wege und Mittel, um ins Drittel der Sibirer zu gelangen. In der 36. Minute bediente Adam Mitchell Roope Ranta mit einem mustergültigen Pass. Doch der finnische Neuzugang kam nicht am russischen Goalie vorbei.

Löwen belohnen sich

Mit erhobenem Haupt aber auch einigen vergebenen Chancen gingen die Löwen ins Schlussdrittel. Und hier wurden sie eiskalt erwischt. Direkt in der 41. Minute markierte Vevgeni Chesalin das 6:0.

Doch an Aufgeben dachten die Löwen nie. Und so kamen sie dank Einsatz und Leidenschaft noch zu zwei hochverdienten (und längst überfälligen) Treffern. In der 33. Minute konnte Krasikov einen Schuss nicht sichern. Magnus Eisenmenger setzte nach und auf einmal lag die Scheibe direkt vor Schinko, der sie nur noch über die Linie schieben musste.

Rund zehn Minuten später hatten die Löwen in einem weiteren Powerplay erneut mehrere gute Einschussmöglichkeiten. Mitchell und Buchwieser scheiterten am Goalie von Sibir. Und auch Lukas Koziol fand in Krasikov seinen Meister, als dieser einen Schuss des freistehenden Angreifers spektakulär noch an die Latte ablenken konnte (53.).

Den Schlusspunkt setzten die Löwen aber dennoch. In der Schlussminute hämmerte MacAulay aus vollem Lauf den Puck an den Pfosten. Von dort sprang er Mieszkowski auf die Kelle und der Krefelder Nachwuchsspieler hatte keine Mühe einzunetzen.

Nächstes Spiel:

Direkt nach ihrer Rückkehr aus Finnland reisen die Löwen am Dienstag, den 13. August nach Krefeld, um ein weiteres Trainingscamp abzuhalten. Am Freitag, den 16. August (19:00 Uhr) geht es dann gegen die U23 des Kooperationspartners aus Krefeld. Am Sonntag, den 18. August (14:00 Uhr) steht das Spiel gegen das Krefelder DEL-Team auf dem Programm.

Statistik:

Sibir Nowosibirsk – Löwen Frankfurt 6:2 (4:0, 1:0, 1:2)

Tore:
1:0 Romayev (3.)
2:0 Pervushin (6.)
3:0 Sharov (9.)
4:0 Zyryanov (20.)
5:0 Loginov (27.)
6:0 Chesalin (41.)
6:1 Schinko (44.)
6:2 Mieszkowski (60.)