Spielbericht

Zweites Hessenderby, zweiter Löwen-Sieg!

Ein packendes Duell gegen die Kassel Huskies gewinnen die Löwen Frankfurt dank zweier Tore von Dylan Wruck mit 4:2.

Frankfurt (DJ) – Wenn die Vorzeichen zur Nebensache werden, ist Hessenderby. Zum 15. Spieltag der laufenden DEL2-Saison empfingen die Löwen Frankfurt die Kassel Huskies zum ewig jungen Duell in der Eissporthalle. Ein kleiner Fight, etliche Checks, viele gute Torchancen und über 75 Torschüsse bot die jüngste Auflage des Klassikers, den am Ende die Löwen mit 4:2 (0:0, 2:1, 2:1) für sich entschieden. Matchwinner für die Löwen war Dylan Wruck mit 2 Toren, darunter dem Game-Winner, weiterhin trafen Carson McMillan und Rylan Schwartz. Jake Hildebrand verbuchte 31 Saves.

Exponentielles Torwachtstum

Ehe auch die Anzeigentafel in Derbystimmung kam, dauerte es 32:45 Minuten. Da brachte Carson McMillan die Löwen mit 1:0 in Front und eröffnete die ereignisreichsten fünf Minten auf dem Scoreboard in einer Partie, die auch schon bis dahin eines Hessenderbies durchaus würdig war. Viele Schüsse und etliche gute Chancen gab es schon in den ersten 32 „Tor-Lockdown-Minuten“, garniert mit solider Härte und gutem Tempo- einzig die Tore fehlten für den Stimmungsbooster auf den mit 5187 geimpften oder genesenen Fans gefüllten Tribünen.

Bis McMillan mit seinem vierten Saisontreffer die Welle brach. Einen Schuss von Tomas Sykora fälschte McMillan schon ab, verhinderte so den sicheren Save von Jonas Neffin im Kasseler Tor und provozierte einen freien Rebound, bei dem er die im Torraum freie Scheibe nur noch über die Linie injizieren musste (33.).

100 Sekunden später erhöhte Dylan Wruck aus praktisch gleicher Position auf 2:0 (35.). Rylan Schwartz bediente nach einem Puckverlust von Kassels Mitch Wahl zunächst Ryon Moser hinter dem Tor, der dann Wruck vor dem Tor in Szene setzte, welcher den Puck hoch und vorbei am Goalie ins Tor refraktierte. Eine abermalige Co-Produktion der Triple-Y-Line, die nunmehr 22 der 59 Frankfurter Tore erzielte.

Rudel-Immunität

Doch die Huskies dieser Tage sind mitnichten noch das wilde Rudel von Saisonbeginn. Eigentlich bot das vierte Powerplay für die Löwen (ab. 35.) kurz nach dem 2:0 die perfekte Möglichkeit die Führung auszubauen oder zumindest das Momentum zu festigen. Doch ein Puckverlust von Max Faber unter gütiger Mithilfe des Linesman bot Jake Weidner eine unverhoffte Breakchance, die dieser eiskalt verwertete. Exakt eine Minute nach dem 0:2 war Kassel durch einen Shorthander zurück im Spiel.

Und ebenfalls nur exakt eine Minute nach Beginn des Schlussdrittels fiel gar der 2:2-Ausgleich durch Denis Shevyrin, der Jake Hildebrand im Tor der Löwen mit einem perfekt an die Unterkante der Latte platzierten Laser überwand. 19 Minuten vor Schluss stand das Spiel somit wieder so, wie es begann: Unentschieden.

Wellenbrecher

Mit dem Selbstvertrauen aus vier Siegen in Serie begannen die Huskies das Spiel engagiert, und verlagerten das Spiel in Eröffnungsminuten vor allem in Frankfurts Drittel. Jake Hildebrand, der wie schon am Dienstag im Tor der Löwen startete, musste einige Male das Spiel beruhigen, um Kassel nicht zu viel Momentum generieren zu lassen.

Selbiges unterstützte Kassels Neuzugang Mitch Wahl. Seine Strafe (5.) brachte die Löwen umgehend und nachhaltig ins Spiel. Faber (5.) und Maginot (6.) scheiterten aus der Distanz aber zunächst ebenso, wie McMillan (6.) und Carey (7.) aus dem erweiterten Slot. Auch im weiteren Powerplay (ab. 15. und 23.) sedimentierten die Löwen einiges in Richtung Kassels Tor, konnten die Scheibe aber nicht vorbei an Goalie Jonas Neffin im Netz ablagern.  

Danke, Goalies

Interessanterweise starteten die Huskies heute mit Neffin, ihren eigentlichen Back-Up, im Tor, obwohl Stammtorhüter Gerald Kuhn zuletzt durchaus einer der Faktoren für die Trendwende war. Huskies-Coach Tim Kehlers kleiner Schachzug erwieß sich aber zumindest in der 9. Minute als richtige Wahl, als Neffin einen Alleingang von Matt Carey stoppte. Carey zwang mit einem Move auf die Rückhand Neffin in den Split, bekam dann die Scheibe aber nicht über den herausschnellenden Schoner gehoben.

Als Weckruf Kassels Verteidigung zur Verantwortung und Ordnung zu zwingen, taugte der Start des jungen Back-Ups wenig, denn die Löwen produzierten weiter etliche gute Gelegenheiten. Zwischen der Führung für die Löwen durch Dmitriev (10.), Carey (13., 16.), Schwartz (18.), Sykora (24.) oder Wruck (25.) stand immer wieder nur Goalie Neffin.

Der Highlight-Save des Spiel gebührt allerdings Jake Hildebrand, der in der 26. Minute Hans Detsch allein auf der Türschwelle stehend stoppte. Von Rutkowski aus der Ecke bekam Detsch direkt am Torraum ungedeckt lauernd den Puck serviert, legte sich die Scheibe auf die Rückhand um sie unter den Giebel zu heben, doch Hildebrands nach oben schnellende Fanghand fischte den Puck aus der Luft und verhinderte eine Führung für Kassel.

Ein Wruck geht durchs Team

Diese wollte auch bis zum Ende nicht fallen. Denn auch vom Ausgleich im Schlussdrittel ließen sich die Löwen nicht aufhalten. Trotz längeren Phasen Coast-to-Coast-Hockeys, bei dem beide Teams hätten in Führung gehen können, blieben die Löwen insgesamt in der Defensive stabiler, klärten den Puck effektiver und hielten den Puck mehrfach länger in der Offensive.

Ein Puckgewinn aus Kassels Spielaufbau heraus in der neutralen Zone führte in der 54. Minute zum vielumjubelten Game-Winner. Kyle Sonnenburg war mit dem Puck am Schläger weder am Zone-Entry noch des Querpasses vor dem Tor zu stoppen, den der einrückende Dylan Wruck per snap-shot in den Winkel versenkte.

Rylan Schwartz Empty-netter in der 60. Minute stellte den 4:2-Endstand fest.

Ausblick

Am Sonntag, 21.11.2021, reisen die Löwen nach Landshut. Spielbeginn beim EVL ist bereits um 17 Uhr. Für alle, die die Partie in Anbetracht der Corona-Pandemie lieber von zuhause aus verfolgen möchten, überträgt SpradeTV die Begegnung natürlich live.
Das nächste Heimspiel bestreiten die Löwen am Sonntag, den 28.11.2021 gegen die Selber Wölfe. Karten gibt es, wie immer, im Löwen-Ticket-Shop.

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 4:2 (0:0, 2:1, 2:1)

Statsitik