Spielbericht

Applaus trotz Niederlage

In einem hochklassigen Spitzenspiel unterliegen die Löwen Frankfurt dem SC Riessersee nach Verlängerung knapp mit 2:3 und bleiben damit Tabellendritter.

 

Als Lubor Dibelka den SC Riessersee in der 47. Minute mit 2:1 in Führung brachte, sah es nicht gut aus um die Löwen auf ihrer Mission zur Zurückeroberung des zweiten Tabellenplatzes. Letztlich gelang dieses Vorhaben auch nicht; beklatscht wurden die Löwen dennoch, denn die 5.005 Zuschauer in der Eissporthalle sahen kämpferische und nie aufgebende Löwen, die sich letztlich nur denkbar knapp in der Verlängerung geschlagen geben mussten.

Erneut war es Dibelka, der am heutigen Abend beste Akteur der Gäste, der für den SC Riessersee den Siegtreffer erzielte und den Oberbayern damit den zweiten Tabellenplatz rettete, denn kurz zuvor hätten auch die Löwen die Partie gut und gerne als Sieger beenden können. Auch wenn dies nach 60 hochklassigen und ausgeglichenen Minuten vielleicht nicht ganz verdient gewesen wäre, denn zumindest in Sachen Torabschlüsse hatte der SCR bis zur 50. Minute die Löwen dominiert.

Riesserseer Forechecking

Nach anfänglicher Zurückhaltung zog Riessersee heute ein äußerst aggressives Forechecking auf, bei dem nicht selten alle drei SCR-Stürmer die Löwen schon in deren Drittel attackierten. Eingeläutet durch einen Pfostentreffer von Andreas Eder (13.) waren die Gäste der Führung im ersten Drittel zunächst näher als die Löwen, vor allem als Antti Karjalainen ein Schuss von Matthias Beck durch die Schoner rutschte, der Puck aber noch von Max Faber aus dem Torraum gekratzt wurde (14.).

Abgesehen von zwei frühen Abschlüssen durch Pawel Dronia (1.) und C.J. Stretch (3.) hatten die Löwen nach ihrem druckvollen Beginn dem Forechecking des SCR zunächst wenig entgegen zu setzen.  Erst in der 17. Minute gelang ihnen wieder ein gefährlicher Abschluss als Nils Liesegang die Riesserseer Abwehr genau an deren Schnittstelle zwischen den beiden Verteidigern entblößte. Im Lauf wurde Liesegang perfekt von Martin Schymainski bedient und scheiterte mit seinem schnellen Handgelenksschuss nur knapp an SCR-Goalie Kevin Reich.

Das Duo der Ruhrpott-Kumpels Schymanski und Liesegang, heute zumeist mit Wade MacLeod in einer Reihe, sorgte im gesamten Spiel mehrfach für gute Gelegenheiten auf Seiten der Löwen, wie in der 24. Minute, als Liesegang und Schymanski zusammen mit Tim Schüle "Tic-Tac-Toe" spielten und nur Kevin Reich im Tor des SCR einen Rückstand verhinderte.

Doch stets mit vier Reihen agierend, blieb Riessersees Forechecking auch im zweiten Abschnitt das spielbestimmende Element. Nicht nur, dass sich die Oberbayern durch Puckgewinne und schnelle Abschlüsse 19 eigene Torschüsse erarbeiteten- vor allem hielten sie die Löwen effektiv von ihrem eigenen Tor fern. Bis zwei Minuten vor Drittelende standen gerade einmal sechs Schüsse für die Löwen zu Buche.

Frankfurter Effizienz

Vielleicht hätte sich Reich ein wenig mehr Arbeit gewünscht als in der 38. Minute Nils Liesegang von halbrechts zum Abschluss ansetzte und der Puck mit dem siebten Schuss der Löwen durch seine Beine im Tor zur 1:0-Führung der Löwen einschlug. Was allerdings zunächst wie ein klassischer Treffer „durch die Hosenträger“ Reichs aussah, entpuppte sich als von Wade MacLeod abgefälschter Schuss.

Als nur kurz darauf C.J. Stretch eine 2+10 minütige Strafe wegen eines Checks gegen den Kopf kassierte, schienen die Löwen ganz kurz schon wieder gefährlich nahe an der „Übermotivation“ vergangener Tage, wie beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams. Auch vor gut einem Monat gingen die Löwen zunächst in Führung, kassierten dann aber vor allem begünstigt durch eigene Strafen, die entscheidenden Gegentore zu einer 3:6 Niederlage in Garmsich. 

Aber wie die jüngsten Siege zeigten, haben die Löwen zwischenzeitlich dazu gelernt und agieren mittlerweile deutlich überlegter und disziplinierter. Korrelierend mit der Reduzierung der Strafenanzahl im Spiel der Löwen verbesserte sich in den vergangenen Wochen auch des Penalty-Killing weclches nun, da nicht mehr so exzessiv gefordert, den Gegner im Powerplay deutlich mehr unter Druck setzen kann. Auch die zuvor aus allen Lagen abschließenden Riesserseer bekamen dies zu spüren und so überstanden die Löwen diese Unterzahl praktisch problemlos.

Allerdings hatte das dritte Drittel noch kaum richtig begonnen, da korrigierten die Gäste diese verpasste Gelegenheit. Ein Puckverlust von Pawel Dronia hinter dem eigenen Tor nutzte Lubor Dibelka für ein perfektes Zuspiel auf Richie Mueller im High-Slot und der Ex-Löwe traf kaltschnäuzig ins lange Eck (41.). Für Riessersee war nun ein Knoten geplatzt und mit der Führung durch Lubor Dibelka (47.) schienen die Löwen dem anhaltenden Forechecking und den schnellen Abschlüssen der Gäste doch den gewissermaßen fälligen Tribut zollen zu müssen.

Couragiertes Comeback

Geschlagen gaben sich die Löwen aber noch lange nicht- ganz im Gegenteil: Bereits im nächsten Wechsel nach dem 1:2-Rückstand erhöhten die Jungs von Paul Gardner die Schlagzahl und setzten Riessersee nun vor allem physisch deutlich mehr unter Druck. Insofern im Rahmen der Regeln, sind die Löwen in dieser Beziehung sicherlich eines der besten Teams der Liga. Und so generierten auch die Löwen nun zunehmend Puckverluste bei ihrem Gegner, wobei Brett Breitkreuz  bei seiner Doppelchance den raschen Ausgleich im Slot noch knapp verpasste (51.).

Dem Riesserseer Forechecking entkamen die Löwen nun immer besser, mussten sich in der Defensive aber dennoch immer wieder auf gefährliche Gegenzüge vor allem über Richie Mueller und Lubor Dibelka erwehren. Ein Handgelenksschuss Dibelkas hatte Antti Karjalainen sogar schon überwunden, doch Pawel Dronia schlug die Scheibe in der Luft aus der Gefahrenzone (57.).

Mit seiner Rettung initiierte Dronia einen Konter über Martin Schymanski und C.J. Stretch, der sich zunächst gegen seinen Gegenspieler durchsetzte, dann vor dem Tor quer auf Wade MacLeod legte, so dass dieser den Puck an Kevin Reich vorbei zum 2:2 versenken konnte (57.). Auf der einen Seite eben noch die (wahrscheinliche) Niederlage verhindert, auf der anderen Seite zum Ausgleich getroffen. Und als wären sie immer noch in Rückstand gewesen, drückten die Löwen den SCR weiterhin in dessen Drittel. 

Eine Strafe gegen Andreas Eder gab den Löwen zudem noch die Gelegenheit zum Sieg im Powerplay, doch C.J. Stretch, Wade MacLeod und auch Brett Breitkreuz vermochten den Puck nicht an Kevin Reich vorbei über die Linie zu drücken (60.).

Stattdessen oblag es Lubor Dibelka in der Overtime den 3:2-Siegtreffer für Riessersee zu erzielen.

Ausblick

Schon am Dienstag geht es für die Löwen weiter, wenn die Bayreuth Tigers in der Eissporthalle gastieren. Spielbeginn ist wie gewohnt um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Löwen-Ticket-Shop und natürlich überträgt auch SpradeTV die Partie live.

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