Spielbericht

Crimmitsch-out-scored

Trotz deutlicher spielerischer Vorteile und einem Übergewicht bei den Torschüssen unterliegen die Löwen Frankfurt den Eispiraten aus Crimmitschau am heutigen Abend mit 2:5.

Frankfurt (DJ) - Ossi Saarinens Treffer in der 44. Minute war das absolute Sinnbild der Partie: Die Löwen agierten in der Offensive, setzten sich im Crimmitschauer Drittel fest, erspielten sich Chancen und nahem Eispiraten-Goalie Brett Kilar unter Beschuss, doch der Treffer fiel auf der anderen Seite. Saarinen skatete den Puck aus dem Drittel und schien auf linksaußen schon aus jeglicher Gefahrenzone, doch sein „Alibischuss“ war für Brett Jaeger verdeckt und fand so tatsächlich den Weg ins Tor.

Schon im gesamten Spiel zuvor (und auch danach) waren es die Löwen, die viel in die Partie investierten, heute aber weder von Fehlern des Gegners profitieren konnten, noch ein Quäntchen Schussglück hatten.

Löwen-Coach Paul Gardner wollte und konnte seinem Team - trotz aller Enttäuschung - nach der Partie entsprechend auch keinen Vorwurf machen: „Wir haben 60 Minuten gekämpft und gearbeitet, hatten 45 Schüsse gegenüber 26 des Gegners. Meist gewinnt man Spiele mit solchen Zahlen.“

Perfekter Start

Besonders ärgerlich für die Löwen ist dabei die Tatsache, dass das Spiel eigentlich optimal begann: Schon nach 32 Sekunden kam Brett Breitkreuz in seinem Wohnzimmer vor dem Tor an den Puck und drückte die Scheibe mit dem ersten Schuss der Partie über die Linie.

Im gesamten ersten Drittel boten die Löwen Eishockey eigentlich ganz nach dem Geschmack ihrer Fans, die ihr Team dominant in einem temporeichen Spiel sahen. Selbst als die Löwen binnen 80 Sekunden zwei Strafzeiten kassierten (Dalton Yorke, 5. Min; Pawel Dronia, 7. Min), kamen die Eispiraten kaum zu richtig gefährlichen Chancen, da die Unterzahlformation um Patrick Jarrett, Eric Stephan und Mike Card die Gäste auf 3 Torschüsse limitierten, welche beide leichte Beute von Brett Jaeger wurden.

Als Matt Pistilli in einfacher Unterzahl mit einer starken Einzelleistung eine Strafe zog, verlagerte sich das Spiel dann auch wieder ins Drittel vor Brett Kilar. Und dort verblieb es bis zum Drittelende. Selbst die Crimmitschauer Klärungsversuche fingen die Löwen meist noch vor dem eigenen Drittel ab. Handgezählte 18-7 Torschüsse für die Löwen spiegelten die Kräfteverhältnisse wider zwischen diktierenden Löwen und reagierenden Eispiraten.

Wer vorne nicht trifft...

Da den Löwen aber ein weiterer Treffer bis zu ihrem 37. Torschuss verwehrt blieb, „musste“ sich das das fehlende Schussglück in den 46 zwischen beiden Toren liegenden Minuten natürlich noch rächen. Dabei fehlten vor allem Wade MacLeod in der 22. Minute nur Zentimeter, als sein Schuss an der Latte klingelte. Auch Vlad Filin (24.) und Tim Schüle (27.) hatten weitere gute Chancen, aber kein Abschluss der Löwen fand den Weg ins Netz.

Nachdem die Löwen in ihrer dritten Überzahlsituation ihr am wenigsten gefährliche Powerplay der Partie zeigten und Nils Liesegang, der Houdini aus Herne mit seinen Ideen im Powerplay schmerzlich vermisst wurde, kamen die Eispiraten im ersten Gegenzug bei voller Mannstärke zum Ausgleich. Max Gläßl rettete zunächst noch im 1-gegen-2, der nachrückende und von Christoph Kabitzky bediente Scott Allen traf dann aber im zweiten Versuch zum 1:1 (29.).

Mit dem Treffer trauten sich die Eispiraten dann zur Freude ihres Trainers Kim Collins deutlich mehr zu und promt änderten sich die Kräfteverhältnisse minütlich. Während die Löwen weiter mit dem Schusspech haderten, erspielte sich Crimmitschau zunehmend Oberwasser und zeigte dann, wie man zu Treffern kommen kann.

Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich besorgte Dominic Walsh mit einem einfachen aber höchstplatzierten Handgelenksschuss aus halbrechter Position die erste Führung für die Gäste. Nach einer Strafe gegen Tyler Gron drohte den Löwen in Unterzahl gar weiteres Über, doch mit viel Kampf überstanden sie diese Situation schadlos.

Der befürchtete dritter Treffer fiel allerdings trotzdem noch vor der Pause. Nachdem die Löwen in einem starken Shift mit mehreren eigenen Chancen den Ausgleich mehrfach verpassten, konterten die Westsachen über Patrick Pohl, der Dominic Walsh bediente und abermals passte dessen Schuss erneut perfekt, diesmal oben links im Eck.

Frankfurt spielt, Crimmitschau trifft

Bis zur 48. Minute als auch die Löwen kurzfristig mit zwei Mann in Überzahl spielten, Tyler Gron einen Klärungsversuch abfing und den Puck aus dem linken Bullykreis im Tor versenkte. Mit dem 2:4 schöpften die Löwen wieder Hoffnung und investierten noch mehr in die Partie, allerdings gelang es ihnen trotz etlicher weiterer Chancen und einem erneuten Lattentreffer von Tim Schüle (54.) nicht, der Partie ein neues Narrativ zu verpassen.

Stattdessen traf Saarinen in der letzten Minute noch ins leere Löwen-Tor zum 2:5 Endstand.

Ausblick

Am Sonntag gastieren die Löwen in Garmisch-Patenkirchen beim SC Rissersee. Spielbeginn ist um 17.00 Uhr. Auf SpradeTV könnt ihr die Partie natürlich live von zu Hause aus verfolgen.
Zum nächsten Heimspiel empfangen die Löwen nächsten Freitag, den 12.1. ab 19.30 Uhr den ESV Kaufbeuren in der Eissporthalle. Tickets für diese Partie gibt es im Löwen-Tickt-Shop.

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