Spielbericht

Das Pfeiffen auf- und abseits des Eises

Im letzten Heimspiel des Jahres unterliegen die Löwen Frankfurt aufgrund zweier doppelter Unterzahlen in den Schlussminuten den Lausitzer Füchsen mit 4:5 nach Verlängerung. Brett Jaeger gibt Comeback zwischen den Pfosten.

 

Frankfurt (MK) - Auch wenn die Heimbilanz im Monat Dezember ein paar Flecken erhalten hat, das Jahr 2017 in der Eissporthalle wird den Löwen Frankfurt in bester Erinnerung bleiben. Das mit Abstand größte und treuste Publikum der DEL2 erlebte in Deutschlands größter "Eissauna" nicht nur den Gewinn der Meisterschaft, sondern auch zahlreiche spektakuläre Comebacks des "Meisters aller Klassen".

So pilgerten auch zum letzten Heimspiel dieses Kalenderjahres gegen die Lausitzer Füchse sensationelle 5.434 Zuschauer erwartungsfroh zum Ratsweg und bekamen erneut eine späte Wendung geboten. Allerdings sahen sie diesmal ein Comeback, auf das sie lieber verzichtet hätten.

Doppelte doppelte Unterzahl zu viel für die Löwen

Denn 300 Sekunden vor Spielende deutete alles auf einen Dreier zum Jahresabschluss hin. Wade MacLeod hatte gerade auf Zuspiel von Matthew Pistilli und Tim Schüle auf 4:2 erhöht und mit dem dritten Powerplaytreffer des Abends für die Hausherren erneut die Extraklasse der Südhessen in dieser Sonderdisziplin unter Beweis gestellt.

Doch die Möglichkeit die Partie kontrolliert nach Hause zu spielen, bot sich für die Frankfurter nicht. Denn das Schiedsrichtergespann leitete die Partie in den verbleibenden fünf Minuten in ganz neue Bahnen.

Binnen 31 Sekunden wurde zunächst Nils Liesegang nach einem verpassten Check wegen unerlaubten Körperangriffs und dann Pawel Dronia wegen Behinderung auf die Strafbank verwiesen. Eine Gelegenheit, die sich die seit der Wieder-Verpflichtung ihrer letztjährigen Top-Scorer Roope Ranta und Jeff Hayes wiedererstarkten Füchse nicht entgehen ließen.

Nach einer finnisch-kanadischen Ko-Produktion der beiden Rückkehrer verkürzte Weißwassers Goldhelm Anders Eriksson bei doppelter Überzahl zunächst auf 3:4 (57. Spielminute). Nur eine Minute später sorgte Ex-Huskie Feodor Boiarchinov nach Zuspiel von Roope Ranta in der noch laufenden Strafe gegen Pawel Dronia (58. Spielminute) für den Ausgleich.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war es um das Gemüt der Frankfurter Fan- und Spielerseele nicht sonderlich gut bestellt. Endgültig zum Kochen brachte sie dann aber ein erneuter Pfiff der Referees, die 11 Sekunden vor Spielende nach einer von beiden Seiten ruppigen Sequenz allein CJ Stretch hinausstellten und den Gästen für die anstehende Verlängerung einen entscheidenden Vorteil verschafften.

Als dann auch noch Paul Gardner für seine Beschwerden eine Bankstrafe erhielt, war das Schicksal der Löwen an diesem Abend besiegelt. 39 Sekunden dauerte es, bis Roope Ranta das gellende Pfeiffkonzert der sich benachteiligt fühlenden Löwen-Fans mit seinem Siegtreffer weiter anheizte.

Löwen mit klarem Matchplan

Dabei hatte die Partie für die Löwen sehr ordentlich begonnen. Der Führungstreffer durch Wade MacLeod ließ zwar bis sechs Sekunden vor der ersten Sirene auf sich warten, doch mit konzentriertem Spiel, enormer Laufbereitschaft und hartem Körperspiel setzten die Löwen den Gästen zu und erarbeiteten sich die verdiente Pausenführung.

Wade MacLeod profitierte bei seinem Treffer von ebenjenem Körperspiel, nachdem Matthew Pistilli und CJ Stretch die Scheibe im Drittel der Füchse erst erobert und dann behauptet hatten.

Powerplay-Parade

Es sollte der einzige Treffer an diesem Abend bleiben - bei voller Mannstärke. Denn fortan diktierten die Special Teams das Geschehen. Angeführt von ihrem Powerplay-Quarterback Chris Owens, der die Partie mit vier Vorlagen beendete, drehten die Gäste aus der Lausitz mit zwei Überzahltreffern durch Artur Tegkaev (26.) und Jeff Hayes (30.) zunächst die Partie.

Dem standen die Löwen jedoch in nichts nach. Auch Dominik Tiffels zeigte sich einmal mehr als umsichtiger Puckverteiler von der Blauen und leitete im Powerplay die Tore von Nils Liesegang (32.) und Vladislav Filin (39.) ein.

Dass beide Treffer zunächst ein Videostudium überstehen mussten und das Mitteldrittel aufgrund einer Beschädigung der Torverankerung vorzeitig beendet werden musste, komplettierten den ereignisreichen Abschnitt. All dies verkam aber letztlich nur zur Randnotiz an diesem Abend, der letztlich von Pfiffen geprägt und beendet wurde. 

Jahreskehraus in Bayreuth - Heimspielauftakt 2018 gegen die Eispiraten

In Bayreuth haben die Löwen am kommenden Samstag um 16 Uhr nochmal die Chance auf einer hohen statt einer schrillen Note zu beenden.

Das erste Heimspiel im neuen Jahr 2018 bestreiten die Mannen von Paul Gardner dann am 5. Januar gegen die Eispiraten Crimmitschau. Spielbeginn ist dann wie gewohnt um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Partien können wie gewohnt im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt - Lausitzer Füche 4:5 n.V. (1:0; 2:2; 1:2)

Statistik