Spielbericht

Die mit den Wölfen tanzen...

Löwen Frankfurt feiern dank souveräner Vorstellung gegen Freiburg ungefährdeten 5:0-Heimsieg.

Frankfurt (DJ) – Die Löwen Frankfurt und ihre „Nemesis“ EHC Freiburg. Bis zur Saison 2013/2014 lässt sich diese Geschichte zurückdatierten. Das jüngste Kapitel schrieb sich am 5. Spieltag der aktuellen Spielzeit, als Freiburg den Löwen nach vier Siegen zum Auftakt die erste Saisonniederlage beibrachte.

Zur Revanche am 18. Spieltag der DEL2-Saison 2018/2019 jedoch hatten die Löwen all ihre Hausaufgaben erledigt, gingen perfekt eingestimmt in die Partie, verfolgten ihren Gameplan über 60 Minuten und triumphierten am Ende völlig verdient nach Toren von Max Faber (2), Max Eisenmenger, Adam Mitchell und Matt Pistilli mit 5:0 (1:0,3:0, 1:0). Es war zudem der zweite Shutout für Bastian Kucis in den vergangenen vier Saisonspielen.

Best of the rest

In den letzten Wochen kletterte Freiburg in der Tabelle bis auf Platz 6, gewann dabei unter anderem gegen Weißwasser und Bietigheim und blieb in den vergangenen sieben Spielen nur einmal (gegen Ravensburg) ohne Punktgewinn (bei vier Siegen).

Eine kompakte Defensive, gepaart mit selektiven Offensivaktionen, entweder im Powerplay oder bei schnellen Gegenzügen, stellen nicht erst seit dieser Saison Freiburgs Erfolgsmittel dar. In Anbetracht dieser bekannten Freiburger Spielweise erwartete kaum einer der 4.049 Zuschauer in der Eissporthalle ein beiderseitig geführtes „Run-and-Gun“-Spektakel, sondern eher ein Anrennen der Löwen auf das Gehäuse der Freiburger.

Hertels Aussetzer

Das Tor der Wölfe wurde zu Spielbeginn von Jimmy Hertel gehütet. In der 34. Minute durfte der Goalie allerdings vorzeitig Duschen, nachdem er leicht übermotiviert Mathieu Tousignant in seinem Torraum traktiert hatte. Tousignant attackierte zuvor Hertels Arbeitsbereich, um bei Rebounds zur Stelle zu sein. Dabei wurde er auf dem Eis liegend in Hertel gedrückt, dem dann aus unerfindlichen Gründen die Sicherungen durchbrannten.

Möglicherweise war Hertel zu diesem Zeitpunkt schon entnervt von den immer wieder in Großformat vor ihm auftauchenden Löwen, die mit allen Sturmformationen immer wieder das gegnerische Tor anfuhren, um im Falle von Rebounds zur Stelle zu sein.

Dabei fielen die Frankfurter Tore (bis dahin) auf ganz andere Weise.

Abgeklärt zur Führung

In der 15. Minute besorgte zunächst Faber im zweiten Powerplay des Spiels das 1:0 für die Löwen. Alex Minor-Barron testete ab der 14 Minute bereits zum zweiten Mal den Komfort der Frankfurter Strafbank. 25 Sekunden vor Ende seiner Strafe verlagerte die zweite Powerplay-Formation der Löwen das Spielgeschehen nach rechts zu Eddie Lewandowski. Einmal mehr von des Gegners Abwehr unbemerkt, zog Faber in den freien Raum auf der linken Seite, wurde dort von Lewandowski perfekt bedient und versenkte den Puck per One-Timer.

Auch das 2:0 erzielten die Löwen in „Überzahl“, wenn auch bei 5-gegen-5 Spielern auf dem Eis. Max Eisenmenger und Lewandowski liefen einen perfekten Konter, den der ältere der Eisenmenger-Brüder nach einem sehenswerten „Give and Go“ auf Vorlage Lewandowskis vollendete (27.).

Keine Sichtung der Wölfe

Damit hatten die Löwen zur Halbzeit des Spiels die Wölfe praktisch mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Denn Treffer im Powerplay oder nach schnellen Kontern sind eigentlich das Freiburger Offensivkonzept. Doch dieses kam am Sonntagabend überhaupt nicht zum tragen.

Vier, sechs und acht Schüsse pro Drittel waren die offensive Ausbeute der Wölfe, wobei die meisten Abschlüsse im letzten Drittel fielen, als das Spiel beim Stand von 5:0 längst entschieden war.

Trotz des 0:2-Rückstands und deutlich weniger Offensivsituationen war Freiburg bis zu Hertels Hinausstellung jedoch zumindest noch im Spiel. Die Defensive, welche die Löwen zwar oft leicht zum Eintritt in die Zone überspielten, hielt die Mitte meist gut dicht, so dass die Schüsse der Löwen zwar zahlreich aber nicht immer von höchster Gefährlichkeit waren. Umso wichtiger war auf Seiten der Löwen natürlich das „Crashing the Net“-Konzept, wenngleich der Erfolg dann auf unerwartete Weise kam.

Nemec kalt, Löwen eiskalt

Nach Hertels Hinausstellung übernahm Mathias Nemec im Tor der Wölfe und sah sich gleich einem fünfminütigen Powerplay der Löwen gegenüber. Und mit einem kalten Goalie im Tor des Gegners suchten die Löwen natürlich noch verstärkt den Abschluss.

Eine weitere Lewandowski/Faber-Co-Produktion in der 35. Minute führte initial nicht direkt zum nächsten Tor, doch im Slot nahm Mitchell den Puck mit, zog ihn um Nemec herum und erzielte so das 3:0. Weiter im Powerplay entschied Faber nur 26 Sekunden später die Partie, als er, erneut von Lewandowski bedient, eigentlich auf seiner falschen Seite an den Puck kam, aber dennoch mit einem wohlplatzierten Handgelenksschuss das 4:0 markierte (36.).

Kucis hatte im Tor der Löwen bis dahin praktisch nichts zu tun. Ganze acht Schüsse drangen bis zu ihm durch, sein Eingreifen erforderten sie aber nur routinemäßig. Selbst in zwei Powerplay-Situationen, die am Ende des 1. Drittels und noch vor dem 3:0 die Wölfe bei einem Erfolg durchaus sofort wieder richtig ins Geschäft gebracht hätten, generierte Freiburg keine zwingend gefährlichen Abschlüsse. Zu aggressiv war die Defensive der Löwen, welche die Wölfe schon im Spielaufbau nach außen drängte, dort weiter attackierte und so immer wieder unpräzise Pässe in die Tiefe provozierte, welche in Reihen der Löwen landeten.

Mit dem vierten Treffer der Löwen schienen sich beide Teams über den Ausgang der Partie verständigt zu haben. Freiburg versuchte im Schlussabschnitt nur noch zaghaft den Shutout für Kucis zu verhindern. Erfolgreich waren sie dabei nicht.Stattdessen erzielte Pistilli für die Löwen noch das 5:0, indem er im Slot stehend einen Distanzsschuss von Tim Schüle abfälschte (48.).

Ausblick

Am kommenden Wochenende reisen die Löwen zunächst ins Frankfurter Vorland, um sich in Bad Nauheim mit den dortigen EishockeyCracks zu duellieren. Spielbeginn in der Colonel-Knight-Arena ist um 19:30 Uhr. Jeder der es kuscheliger mag, kann das Spiel auf SpradeTV verfolgen.

Am Sonntag (25.11.) empfangen die Löwen dann die Lausitzer Füchse. Spielbeginn am Family Day in der Eissporthalle ist bereits um 16:00 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Heimspiel gibt es im Löwen-Ticket-Shop.

Löwen Frankfurt – Wölfe Freiburg 5:0 (1:0, 3:0, 1:0)

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