Spielbericht

Glücklose Löwen

Die Löwen unterliegen trotz großem Kampf dem EC Bad Nauheim mit 3:4.

Frankfurt (HW) - Oft wechselt man im Eishockey den Torhüter, um in Rückstand liegend ein Signal an die Mannschaft zu senden. Löwen-Head Coach Matti Tiilikainen sah sich am Freitagabend im Derby gegen den EC Bad Nauheim nach nur zwölf gespielten Minuten bereits zu dieser Maßnahme gezwungen, nachdem sich sein Team durch drei höchst unglückliche Gegentreffer selbst in die Bredouille gebracht hatte.

Gäste-Coach Christof Kreuzer hatte bereits vor dem Spiel zu diesem Kniff gegriffen, indem er dem 18-Jährigen Hendrik Hane vom DNL-Team der Düsseldorfer EG zu seinem Profi-Debüt im Tor der Kurstädter verhalf. Dabei bewies der langjährige DEG-Profi ein glückliches Händchen, wurde der junge Torhüter nach dem Spiel doch zu Recht als Spieler des Tages ausgezeichnet. Denn vor allem seinen Paraden war es zu verdanken, dass die Löwen vergebens anrannten und vor 6.015 Zuschauern in der Eissporthalle Frankfurt schließlich mit 3:4 (0:3, 1:0, 2:1) unterlagen.

Tiilikainen sollte im Laufe des Spiels für seine mutige Torhüterentscheidung mit drei Treffern belohnt werden, doch fehlte den Löwen trotz großem Kampf am Ende ein Treffer zum erfolgreichen Comeback. Die Tore erzielten Dan Spang, Eddie Lewandowski und Max Faber.

Löwen verteilen frühe Geschenke

Schlechter kann ein Spiel kaum beginnen. Es war noch keine halbe Minute gespielt, als Löwen-Keeper Felix Bick den Spielaufbau mit einem Pass von hinter seinem Tor starten wollte. Unglücklich sprang die Scheibe jedoch von der Bande auf die Kelle von James Livingston. Dessen Vorlage verwertete Dustin Sylvester, noch bevor Bick seinen Platz zwischen den Pfosten wieder einnehmen konnte (1. Spielminute).

Dem 0:2 gingen zwei Strafen der eher unnötigen Sorte voraus. Erst waren die Löwen gleich mit zwei Spielern zuviel auf dem Eis. Dann wurde Cody Sylvester in der neutralen Zone zu Fall gebracht, kurz bevor er ins Abseits gelaufen wäre. Zwar konnten die Löwen die folgende 5-gegen-3-Unterzahl verteidigen, aber kaum war Brett Breitkreuz von der Bankstrafe zurück aufs Eis geeilt, netzte Dustin Sylvester zum zweiten Mal an diesem Abend ein (9.).

Für das dritte Geschenk sorgte Dalton Yorke, als er einen hohen Puck so unglücklich in den Lauf von Marvin Ratmann abfälschte, dass dieser alleine aufs Löwen-Tor stürmen konnte und Bick mit einem Handgelenkschuss bezwang (13.). Anschließend erfolgte besagter Wechsel im Frankfurter Tor. Bastian Kucis übernahm nun die Rolle zwischen den Pfosten.

Großer Aufwand, geringer Ertrag

Im Mittelabschnitt versuchten die Löwen mit großer Anstrengung die Wende im Spiel herbeizuführen, doch wollte ihnen zunächst nicht viel gelingen. Selbst in ihrer bisherigen Paradedisziplin, dem Überzahlspiel, fehlte die Lockerheit am Schläger und sie vergaben Reihenweise beste Chancen.

Sogar als Hendrik Hane in der 31. Spielminute das gleiche Mißgeschick wie Bick zu Spielbeginn unterlief, konnten die Löwen kein Kapital aus dem offenen Tor schlagen. 17:6 Torschüsse notierten die Statistiker im Mittelabschnitt für die Löwen, doch sollte es bis zur 37. Spielminute dauern, ehe die Löwen-Fans an diesem Abend zum ersten Mal jubeln durften.

Erneut belagerten die Löwen bei einer doppelten Überzahlgelegenheit das Tor der Gäste aus dem Frankfurter Vorland. Wieder und wieder versprang ihnen die Scheibe beim Schussversuch. Erst als sich Spang ein Herz fasste und das Spielgerät mit Gewalt aufs Tor feuerte, zappelte das Netz hinter EC-Keeper Hane (37.).

Löwen geben niemals auf

Sinnbildlich für den Spielverlauf fiel zur Hälfte des Schlußabschnitts das 1:4: Nach einem Lattentreffer Maximilian Eisenmengers sprang der Puck über den Schläger Spangs, der einen Aufbaupass an der blauen Linie abfangen wollte. Ex-Löwe Dennis Reimer setzte sich im folgenden Laufduell robust gegen zwei Löwen-Verteidiger durch und ließ sich auch von einem Foul nicht vom Treffer gegen sein ehemaliges Team abhalten (50.).

Tiilikainen gab sein Team ob des erneuten Nackenschlages jedoch nicht auf, sondern setzte früh alles auf eine Karte, indem er Torhüter Kucis zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm. Eine Maßnahme, die umgehend zum Erfolg führte und noch einmal Hoffnung in den Löwenherzen aufkommen ließ. Lewandowski musste nach einem harten Pass Mathieu Tousignants nur noch die Kelle reinhalten, um auf 2:4 zu verkürzen (51.).

Vier Minuten vor Spielende beorderte Tiilikainen erneut seinen Torhüter vom Eis. Zwar scheiterten die Löwen-Stürmer zunächst erneut an Hane und dem Pfosten, doch zimmerte Faber, wie zuvor schon sein Verteidigungspartner, den Puck mit Gewalt in die Maschen (59.).

In der Schlussminute berannten die Löwen dann noch einmal das Tor von Debütant Hane, doch war ihnen das nötige Quäntchen Glück an diesem Abend einfach nicht vergönnt. Trotz großer kämpferischer Leistung und einem Schußverhältnis von 41:25 blieben die Löwen damit auf heimischem Eis erstamls in dieser Saison sieglos.

Ausblick

Nach den drei Heimspielen in Folge haben die auf dem 3. Tabellenplatz liegenden Löwen nun zwei echte Spitzenspiele vor der Brust. Am Sonntag reist die Mannschaft zum Spitzenreiter nach Weißwasser (Spielbeginn 17:00 Uhr). Am kommenden Freitag, den 12. Oktober ist mit den bislang ungeschlagenen Ravensburg Towerstars der Tabellenzweite in der Eissporthalle Frankfurt zu Gast. Spielbeginn ist um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Hauptrundenspiele können wie gewohnt im Löwen-Ticketshop erworben werden.

Löwen Frankfurt - EC Bad Nauheim 3:4 (0:3, 1:0, 2:1)

Spielstatistik