Spielbericht

Großer Kampf, kleine Beute: Löwen holen Punkt im Derby

Löwen kämpfen sich zweimal ins Derby zurück. In der Overtime trifft aber Bad Nauheim zum 4:3.

Frankfurt (DJ) – Am Ende sollte es wohl nicht sein. Zweimal gerieten die Löwen im Hessenderby gegen den EC Bad Nauheim in Rückstand, zweimal kämpften sie sich zurück und antworteten mit dem Ausgleich. In der Verlängerung parierte dann Löwen-Goalie Ilya Andryukhov zweimal hochkarätige Konter der Gäste, doch den dritten Versuch konnte auch er nicht abwehren. Und so hieß esam Ende 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1) nach Overtime aus Sicht der Löwen.

Damit endete die Siegesserie der Löwen am 35. Spieltag nach zuletzt fünf Erfolgen in Serie. Tim Schüle, Mathieu Tousginant und Max Eisenmenger erzielten die Treffer für die Frankfurter, die in der mit 6.770 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle erneut auf einige wichtige Leistungsträger verzichten mussten.

Bick vs. Andryukhov

Eine besondere Prägung erhielt die Partie an diesem Sonntagabend durch Felix Bick. Der Bad Nauheimer Goalie war bekanntlich vor der Saison nach Frankfurt gewechselt und sollte die Nr. 1 der Löwen werden. Doch so recht gelang ihm das nicht, weshalb er im Dezember wieder die Seiten wechselte und ins Frankfurter Vorland zurückkehrte. Bicks Abgang ließ die Löwen Andryukhov verpflichten, der sich seit seiner Ankunft zu einem sehr starken Rückhalt für die Löwen entwickelt hat.

Rückstand trotz Führung

Schon in der 5. Minute waren die Löwen mit praktisch ihrer ersten wirklich guten Chance in Führung gegangen. Über Carter Proft und Max Eisenmenger kam die Scheibe tief ins gegnerische Drittel, die Ablage an die blaue Linie nutzte Schüle zu einem mächtigen Schlagschuss, der für Bick unhaltbar im Tor einschlug.

Zuvor hatte Mike Fischer aus guter Position noch zu hoch gezielt und so eine noch frühere Führung für die Löwen verpasst, die von Beginn an bissig in die Partie gingen und früh erkennen ließen, dass sie eigentlich keinem Rückstand hinterherlaufen zu gedachten. Fischer war ebenso wie Mitchell ins Team zurückgekehrt. Dennoch merkte man beiden an, dass ihnen die Grippe noch in den Gliedern steckte.

Nach der Führung versuchten die Löwen das Tempo der Partie hoch zu halten und sich immer wieder schnell in die Offensivzone zu spielen. Doch Bad Nauheim machte die Räume geschickt eng. Sobald die Löwen ambitionierte, lange Pässe versuchten oder zu viele Schnörkel in ihr Spiel einbauten, war es meist ein EishockeyCrack, der in Puckbesitz geriet. Als sich diese Fehler gegen Ende des Drittels mehrten, kamen die Gäste zu Toren.

Dem 1:1 ging ein Fehlpass im Aufbauspiel der Löwen voraus. Dustin Sylvester zog schnell ab. Andryukhov parierte, allerdings ließ er den Puck abtropfen, so dass Andrej Bires die schon in Richtung Torlinie rutschende Scheibe nur noch über die Linie drücken musste. Das 2:1 für die EishockeyCracks besorgte Dennis Reimer mit einem platzierten Handgelenksschuss von halbrechts. Bei dem 3-auf-2- Gegenzug hatten alle in der Hintermannschaft der Löwen mit einem Querpass von Reimer gerechnet, doch Reimer fand die nötige Lücke zum Abschluss.

Rückstand trotz Biss

Auch Max Faber urteilte: „Wir waren etwas zu nachlässig in der neutralen Zone und auch an der blauen Linie und haben so Bad Nauheim überhaupt erst die Möglichkeit gegeben die Gegenzüge zu starten. Wir müssen diese Fehler abstellen, dann fallen diese Tore auch nicht.“

Fabers Worten ließen die Löwen im zweiten Abschnitt Taten folgen. Die Löwen leisteten sich deutlich weniger Puckverluste und agierten stets überlegt. Einen Rückstand nach 40 Minuten konnten sie dennoch nicht verhindern. Dabei egalisierte Tousignant in der 23. Minute zunächst einmal den 1:2-Rückstand. Einen Schuss von Mitchell konnte Bick im Nauheimer Tor nur nach vorne abprallen lassen, wo Antti Kerälä an die Scheibe kam und diese an den besser postierten Tousignant in den Slot weiterleitete. Der Franko-Kanadier ließ sich nicht zweimal bitten und traf mit seinem schnellen Snap-Shot zum Ausgleich.

Damit war der Weg für die Löwen eigentlich bereitet, die danach die Partie wieder bestimmten. In Unterzahl allerdings mussten sie die abermalige Führung der Nauheimer hinnehmen, die mit einem für die Löwen maximal unglücklichen Treffer zum 3:2 kamen. Radek Krestan setzte aus dem linken Bullykreis zum Schlagschuss an, mit einer Bewegung aus dem Tor verkürzte ihm Andryukhov den Winkel. Allerdings zerbrach Krestans Schläger beim Schussversuch und der Puck trudelte nur langsam in Richtung des Löwen-Tores. Die den Schlagschuss erwartende Löwen-Verteidigung inklusive Goalie erwischte diese Entwicklung sprichwörtlich auf den falschen Fuß und wieder stand Bires genau richtig, um sich die Scheibe zu angeln und ins Tor zu chippen.

Natürlich waren die Löwen im Schlussabschnitt vom Eröffnungsbully an bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Gleichzeitig schienen sie in den ersten Minuten aber auch darauf bedacht, keinen Fehler zu begehen um möglicherweise noch einen Gegentreffer hinnehmen zu müssen.

Sturmsignal

So kombinierten sich die Löwen zwar immer wieder ins Drittel der Nauheimer, diese konnten aber ebenso oft und meist auch zügig klären. Erst in der 46. Minute sorgte eine Einzelaktion von Mick Köhler für die erste richtig gute Gelegenheit des Drittels. Köhler setzte sich in der Zone der Gäste gegen zwei Verteidiger durch und scheiterte nur knapp am Bick. Trotz des noch verhinderten Ausgleichs löste diese Aktion bei den Löwen die Handbremse und ebnete den Weg zum 3:3 nur zwei Wechsel später.

Ganze zwei Wechsel hielt der Vorsprung der Nauheimer noch, ehe Max Eisenmenger das erlösende 3:3 erzielte. Von Eddie Lewandowski und dem unaufhaltsam arbeitenden Dominik Meisinger im Slot in Szene gesetzt, schaute Eisenmenger sich Bick ganz genau aus, täuschte kurz links an um dann nach rechts zu ziehen und Bick den Puck mit der Rückhand durch die Beine zu legen.  

Gut elf Minuten vor dem Ende begann somit wieder alles von vorne, wobei es früh schien, als könnten sich die beiden Teams mit einer Punkteteilung anfreunden. Lediglich als die Löwen fünf Minuten vor dem Ende noch einmal in Unterzahl agieren mussten, wurde es nochmals brenzlig. Doch ein hervorragendes Penalty-Killing hielt die EishockeyCracks erst 80 Sekunden gänzlich vom Drittel der Löwen fern und erlaubte auch in der restlichen Zeit keine gefährliche Nauheimer Chance mehr.

Sudden Death

Entsprechend stand das 3:3 auch noch nach Ende der regulären Spielzeit auf der Anzeigentafel und die Löwen mussten, wie schon am Freitag in die Verlängerung. Allerdings war ihnen das Glück diesmal weniger Freund.

Schon mit dem ersten Angriff der Löwen hätte Mitchell die Partie um ein Haar beendet, doch der Kapitän der Löwen traf nur den Pfosten. Danach passierte bis zur letzten Minute auf beiden Seiten wenig wirklich Gefährliches, dann allerdings konterten die Bad Nauheimer dreimal. Ein 2-gegen-0 und einen Alleingang entschärfte Andryukhov noch mit spektakulären Paraden, doch beim dritten Konter war er machtlos gegen Cody Sylvesters Abschluss (65.).

Ausblick

Am kommenden Wochenende gastieren die Löwen zunächst in Bad Tölz. Spielbeginn am Freitag, den 11. Januar ist um 19:30 Uhr in der WeeArena. Am Sonntag (13. Januar) kommt es dann zum Spitzenspiel in der Eissporthalle: Die Löwen empfangen ab 18:30 Uhr den Tabellenführer aus Ravensburg. Tickets für die Partie gibt es im Löwen-Ticket-Shop. Und natürlich überträgt auch SpradeTV die Partie live.

 

Löwen Frankfurt – EC Bad Nauheim 3:4 n.V. (1:2, 1:1, 1:0, 0:1)

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