Spielbericht

Happy Sixgiving

Beim Auswärtsspiel in Heilbronn treffen die Löwen angeführt von Richie Mueller erneut sechsmal und gewinnen verdient mit 6:3.

Auf die Kür folgt die Pflicht. Ging es zuletzt noch um Big Points gegen unmittelbaren Konkurrenten, stehen dieses Wochenende zwei Spiele gegen Teams außerhalb der Play-Off-Ränge an. Genauso gern wie man in diesen Spielen vermeintliche Pflichtsiege einkalkuliert, geraten genau diese in Gefahr, wenn man trotz der unterschiedlichen Tabellenplätze auch nur kurz den notwendigen Biss vermissen lässt.

Ein bisschen so ging es auch den Löwen in Heilbronn, die das Spiel in den ersten 7 Minuten vollständig dominierten, dann aber dennoch in Rückstand gerieten. Einerseits, weil die Löwen in dieser Phase vorne noch nicht mit letzter Konsequenz agierten, andererseits, weil die Falken direkt im ersten Powerplay trafen. Ex-Löwe Justin Kirsch nutzte dabei seinen Freiraum im hohen Slot und vollstreckte die Vorlage aus der Ecke von Cam Reid per Direktabnahme (7. Minute).

Heimspiel in Heilbronn

Die Löwen traten das Spiel in Heilbronn ohne Stefan Loibl an, der wieder nach Straubing beordert wurde. An seiner Stelle begann Eddy Rinke-Leitans neben Patrick Jarrett und Richie Mueller. Die ansonsten gleichen Reihenformationen wie am letzten Wochenende (Stretch-Liesegang-Pistilli und Laub-Breitkreuz-Breitkreuz sowie Pfennings und Ratajczyk mit wechselnden Centern) setzten Coach Gardners Marschroute des druckvollen und aggressiven Spiels von Beginn an um, so dass die Partie beinahe wie ein Frankfurter Heimspiel anmutete.

Allerdings gelang es den Löwen zu Beginn noch nicht das Heilbronner Bollwerk so auseinander zu ziehen, dass sich die spielerische Dominanz auch auf die Anzeige übertrug.

Mit der eigenen Führung packte die Hausherren einige Minuten lang die Euphorie und so kamen die Falken zu mehreren Abschlüssen, die allerdings Florian Proske im Tor der Löwen nicht beeindrucken konnten.

Spätestens das erste Löwen-Powerplay verlagerte das Spiel aber wieder in die bereits zuvor gewohnte Richtung gen Heilbronner Tor. Stretch und Pistilli schnitten wie das heiße Messer durch die Heilbronner Butter-Abwehr, ein starker Pokecheck von Matthias Forster verhinderte aber noch den Ausgleich durch den einschussbereiten C.J. Stretch (14.).

Die Szene allerdings zeichnete den Löwen den Weg zum Erfolg, veranschaulichte sie doch die Anfälligkeit der weniger mobilen Verteidiger der Falken bei schnellem Passspiel.

Und so kamen die Löwen auch mit genau dieser Spielweise noch im selben Powerplay zum Ausgleich. Als sich Heilbronns Defensive schon für einen Strahl von Matt Tomassoni positioniert hatte, legte dieser noch einmal quer zu Richie Mueller, dessen Direktabnahme von der blauen Linie unhaltbar für Falken-Goalie Stefan Ridderwall einschlug.

Bis zur 26. Minute allerdings war es vor allem der Heilbronner Goalie, der sein Team im Spiel hielt. Besonders in einem 5-3 Überzahl der Löwen vereitelte Ridderwall mehrere gute Gelegenheiten der Löwen, wobei diese ihm auch oft Gelegenheit gaben sich richtig zu positionieren.

Ridderwalls unglücklichster Moment allerdings lenkte das Spiel in die (aus Frankfurter Sicht) richtige Bahn. Vom Gegenspieler behakt bekam Brett Breitkreuz den Puck gerade noch mit der Rückhand aufs Tor, wobei Ridderwall die Scheibe in Zeitlupe durch die Beine kullern lies (26.).

Vier Tore für den Sieg

Obwohl seine Vorderleute den Faux-Pas noch einmal mit einem sehenswerten Tor ausglichen, bei dem die Heilbronner zeigten, dass auch sie durchaus in der Lage sind Frankfurts Defensive aus ihrer Position zu ziehen, um dann den freien Mann für den Abschluss zu finden (Stöber, 30.), gingen die Löwen mit einem zwei Tore Vorsprung in die Pause.

Kapitän Patrick Jarrett brachte die Löwen zunächst wieder in Front (33.) ehe der kürzlich zu Frankfurter Sportler des Jahres gekrönte Richie Mueller mit seinem Hattrick die Vorentscheidung besorgte (35. und 45. Minute). Als Lukas Laub gar noch das 6:2 folgen lies, war die Messe endgültig gelesen (46.).

Der postwendende Treffer von Justin Kirsch brachte die Hausherren zwar noch einmal "heran" (46.), war am Ende aber doch nicht mehr als Ergebniskosmetik, da die Löwen auch eine vierminütige Unterzahl dank starker Paraden von Florian Proske souverän überstanden und nur die Latte das vierte Tor von Richie Mueller verhinderte.

Paul Gardner zeigte sich auf der Pressekonferenz entsprechend glücklich über den errungenen Sieg, wobei er vor allem die gute Leistung seiner Defensive herausstellte, die durch effektives Klären der Zone maßgeblich dafür verantwortlich war, dass Heilbronn nach der 3:2 Führung nicht mehr Druck aufbauen konnte.

Ausblick
Am Sonntag (27.11.) empfangen die Löwen den ETC Crimmitschau in der Eissporthalle. Wie üblich, beginnt die Partie um 18.30 Uhr. Tickets erhaltet ihr im Löwen-Ticket-Shop. Und natürlich überträgt SpradeTV das Spiel aus Frankfurt live.

 

Heilbronner Falken - Löwen Frankfurt 3:6 (1:1, 1:3, 1:2)

Statistik

 

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Florian Proske, Brett Jaeger

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Lukas Laub, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner