Spielbericht

Jaeger 35 – Bietigheim 0

Mit einem 35-Save-Shut-out, dem ersten für die Löwen im 62. Saisonspiel, sichert Brett Jaeger seinem Team die 2:0 Führung in der Finalserie gegen Bietigheim.

Nach dem erfolgreichen Auftakt in die Finalserie am Samstag empfingen die Löwen heute die Bietigheim Steelers zu Spiel 2 in der Eissporthalle.

So unterhaltsam der 7:5-Sieg im Auftaktspiel für die Zuschauer war- den Sieg bezahlten die Löwen mit einem hohen Preis, denn Mike Card verletzte sich im Penalty-Killing und fiel für das heutige Spiel aus. Für ihn rückte Nico Oprée in den Kader und David Cespiva an die Seite von Pawel Dronia.

Dabei hatten die Löwen aber sogar noch etwas Glück im Unglück, denn auch Brett Jaeger verließ die Partie in Bietigheim verletzungsbedingt zur Spielmitte.

Brett Jaeger Playoff-Monster
Schon zu Saisonende in bestechender Form, ist Jaeger in den Playoffs der entscheidende Rückhalt für die Löwen. Bis zum „Wild-West-Spiel“ in Kassel standen für Jaeger eine überragende Fangquote von über 94% und 179 Saves bei 190 Schüssen zu Buche. Und auch nach nunmehr eineinhalb „wilden“ Spielen ist seine Fangquote noch immer bei rund 92%, die 2,26 Gegentore pro Spiel sind Playoff-Spitze.

Wichtiger noch als die nackten Zahlen ist allerdings Jaegers Spielweise: Seine Ruhe, zahlreiche big Saves (u.a. drei parierte Penalties gegen Kassel) und das Sichern des Pucks, gerade in kritischen Momenten mit dem er seinen Vorderleuten gefahrlose Wechsel und kurze Atempausen ermöglicht, gab er seinem Team bisher in jedem Spiel die Chance auf den Sieg. Und am heutigen Abend gewann er die Partie praktisch im Alleingang.

Dabei machten es die Steelers Jaeger und den Löwen nicht leicht. Kevin Gaudets Team kam mit viel Energie aus der Kabine und Weller (1.) sowie Zientek (5.) hatten schon in den ersten Minuten gute Gelegenheiten, die Jaeger aber souverän entschärfte.

Bietigheims bisherige Lebensversicherung in den Playoffs ist ihr phantastisches Powerplay, das mit einer Erfolgsquote von über 37% besticht. Auch am Freitag erzielten die Steelers, trotz der Ausfälle von Cabana, Kelly und nach dem ersten Drittel auch David Wrigley, drei ihrer fünf Tore in Überzahl (bei 8 Gelegenheiten).

Wrigley, für den die Playoffs aufgrund einer Zerrung laut Angaben von Gaudet leider vorüber sind, wurde heute von Justin Kelly, der in Spiel 1 noch angeschlagen pausieren musste, ersetzt, auch um die Stärke im Powerplay nicht zu verlieren.

Die Löwen allerdings taten das, was ein starkes Powerplay am effektivsten bekämpft: dizipliniert spielen und Strafen vermeiden. So dauerte es bis zur 46. Minute ehe Paul Gardners Team erstmals in Unterzahl agieren musste. Dann zogen die Löwen zwar gleich drei Strafen binnen kurzer Zeit, doch auch vier Mann und Brett Jaeger im Tor waren für die Steelers heute nicht zu überwinden.

Auch wenn die eigene Überzahlquote der Löwen „nur“ bei etwas über 20% liegt- in den entscheidenden Momenten ist das Powerplay zur Stelle. Wie bereits am Samstag, nutzten die Löwen ihr erstes Powerplay zur Führung. Nachdem zunächst schon die zweite Powerplay-Formation etliche gute Gelegenheiten herausarbeitete, schlug die Top-Formation in der 12. Minute zu. Joel Keussen und Nils Liesegang zogen die Abwehr mit Querpässen auseinander, gegen Matt Pistillis Direktabnahme von der blauen Linie hatte Sinisa Martinovic im Tor der Steelers bei schlechter Sicht keine Abwehrchance.  

Playoff-Hockey at its best
Bei 5-gegen-5 Spielern auf dem Eis ergab sich von Beginn an eine temporeiche und ausgeglichene Partie, in der sich beide Teams ihre Chancen erarbeiteten und jede Minute unterstrichen, warum genau sie im Finale stehen. Keine der Formationen gab dabei in ihren Match-Ups auch nur einen Zentimeter Platz freiwillig an den Gegner ab. Um jeden Puck wurde gefightet, mehrfach rumpelte es in der Bande, wobei das Spiel keinesfalls überdurchschnittlich "dreckig" geführt wurde.

Die besten Offensivsequenzen entwickelten sich auf beiden Seiten beim Duell der beiden zweiten Formationen - der Reihe um Sommerfeld, Rodman und Just auf Seiten der Steelers sowie dem „Eisbären-Express“ auf Löwenseite. Neben den beiderseits technisch starken Spielern war es vor allem die enorme läuferische Stärke von Gawlik, Mueller und Jarrett im Forechecking, die der Garant für Abschlüsse zu Gunsten der Löwen war.

So verwundert es wenig, dass im zweiten Drittel auch genau diese Einheit das 2:0 für die Löwen erzielte. Nach initialen Schüssen von Richie Mueller und Patrick Jarrett drückte Christoph Gawlik im zweiten Nachschuss den Puck über die Linie und besorgte so die zusätzliche Torversicherung (31.).

Bietigheims neue erste Reihe mit McKnight, Kelly und Weller wurde indes von der Paradeformation der Löwen sowie Joel Keussen und Max Gläßl praktisch vollkommen neutralisiert. C.J. Stretch entnervte Topscorer McKnight ein ums andere Mal sichtlich, Brett Breitkreuz und Matt Pistilli arbeiteten nach hinten ebenso unerbittlich wie in der Offensive.

Tor des Tages
Bis zum Beginn des Schlussdrittels gelang dies allerdings vice versa auch den Steelers. Dann kurvte Brett Breitkreuz durch die Bietigheimer Hintermannschaft und überwand final auch noch Sinisa Martinovic zum 3:0 (41.).

Hatte sich Bietigheim in der Pause zuvor sicher noch irgendwie auf ein Comeback eingeschworen, so war dieser Treffer der „Neckbreaker“, denn die Löwen hatten das Momentum nun vollständig auf ihrer Seite, so dass auch das Überstehen der drei kleinen Strafen zwischen der 47. und 54. Minute kein allzu großes Problem darstellte.

Spätestens mit Marcel Rodmans vergebenem Penalty (55. Minute), der seinen Versuch in Angesicht von einem schier "übergroßen" Brett Jaeger deutlich über das Tor zog, war die letzte Gelegenheit für ein Bietigheimer Comeback vergeben.

Stattdessen erhöhten die Löwen zwei Minuten später gar noch auf 4:0 nachdem Eric Stephan die starke Vorarbeit von Roman Pfennings mit einem mächtigen Pfund aus dem Slot abschloss (58.).

Der 4:0-Endstand dokumentiert dabei aber eher die Effektivität der Löwen, als ein einseitiges Spiel. So war auch Kevin Gaudet auf der Pressekonferenz mit dem Spiel seines Teams vor allem in den ersten zehn Minuten zufrieden. Danach verzweifelten seine Mannen nicht nur am etat-stärksten Club (sozusagen dem "ESC") der Liga, sondern heute vor allem an einem unünerwindbaren Brett Jaeger, der seiner Mannschaft jegliches Momentum vorenthielt. 

In der Hoffnung dieses Momentum in den kommenden Spielen generieren zu können, gehen die Steelers die Vorbereitungen für Spiel 3 an. Paul Gardner ist indes bewusst, dass trotz einer 2:0 Serienführung der Weg zum Ziel noch extrem weit ist, gerade bei einem Duell gegen ein Spitzenteam wie den Steelers.

Ausblick
Spiel 3 der Finalserie steigt am Mittwoch (19.4.) um 20.00 Uhr in Bietigheim. Am Freitag, den 21.4.,  kehrt die Serie dann wieder zurück in die Eissporthalle nach Frankfurt. Spielbeginn ist wie immer um 19.30 Uhr.

Tickets für die Heimspiele erhaltet Ihr wie immer im Löwen-Ticket-Shop. Außerdem überträgt SpradeTV die Partien natürlich live.

 

Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Statistik

 

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske

Verteidiger: Eric Stephan, Max Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Nico Oprée, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, Christoph Gawlik, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Lukas Laub, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner