Spielbericht

Joker stechen Löwen aus

Löwen verlieren aufgrund individueller Fehler und mangelnder Effektivität mit 3:6 in Kaufbeuren.

Leidenschaft, Kampf, Chancen? Ja. Effektivität? Leider nein. Die Löwen Frankfurt mussten am 41. Spieltag der DEL2-Saison 2018/2019 bei ihrem Gastspiel beim ESV Kaufbeuren eine bittere Lektion in Sachen Chancenverwertung lernen. Obwohl beide Seiten mit viel Tempo nach vorn agierten und den Abschluss suchten, waren es die Joker, die auch stachen. 3:6 (0:3, 1:2, 2:1) hieß es aus Sicht der Löwen am Ende in der erdgas schwaben arena.

Lediglich 22 Schüsse brauchten die Kaufbeurer für ihre sechs Tore. In keinem Drittel ließen die Löwen mehr als sieben Abschlüsse zu. Auf der anderen Seite sprangen aus 33 Schüssen – darunter waren einige hochkarätige Chancen – nur drei Löwen-Treffer heraus. Die Tore für Frankfurt erzielten Mathieu Tousignant (2) und Brett Breitkreuz.

„Das Spiel war unheimlich schnell und intensiv. Tatsächlich haben wir vor allem im 1. Drittel eine Menge Dinge richtig gemacht. Nur waren die Dinge, die wir eben nicht richtig gemacht haben, tödlich“, erklärte Löwen Head Coach Matti Tiilikainen. „Wir müssen verstehen, dass wir uns diese Fehler in dieser Phase der Saison einfach nicht mehr leisten können. Wenn wir das akzeptieren und umsetzen, werden wir auch Spiele wie dieses wieder gewinnen.“

Erster Schuss, erster Gegentreffer…

Dabei fing die Partie vielversprechend an. Die Löwen drückten gleich beim ersten Wechsel und kamen nach wenigen Chancen zu zwei sehr guten Einschussmöglichkeit für Tousignant (1.). Zwei Minuten später vernaschte Marius Erk zwei Gegenspieler und gab dann ab auf Lukas Koziol, der aber wie schon Tousignant zuvor an Stefan Vajs scheiterte. Wie es besser geht, zeigten die Joker mit ihrem ersten Angriff: Nach einem Vorstoß von Sami Blomqvist setzten sich die Hausherren im Angriffsdrittel fest. Der Topscorer zog die Aufmerksamkeit auf sich und bediente dann Florian Ketterer, der sich am langen Pfosten freigelaufen hatte. Gegen seinen Schuss hatte Basti Kucis im Löwen-Tor keine Chance (4.).

Die Löwen brauchten ein paar Minuten, um sich wieder zu sammeln. In dieser Zeit kam Branden Gracel zu einem gefährlichen Abschluss, den Kucis aber stark parierte (7.). Erst ab Mitte des Drittels drehten die Löwen wieder auf. Tim Schüle prüfte Vajs mit einem Schlagschuss (11.). Dann ist es Faber, der aus kurzer Distanz seinen Meister im ESVK-Keeper findet (13.). In der 17. Minute hatte Eddie Lewandowski den längst verdienten Ausgleich auf dem Schläger, nachdem Koziol ihn mit einem Querpass super in Szene setzte. Doch aus kürzester Distanz landete sein Tip-In-Versuch in der Fanghand von Vajs.

Dann war Tousignant an mehreren Aktionen beteiligt. Erst schickte er Matt Pistilli, der nach einem Spiel Pause wieder im Kader stand, in den Slot. Doch dessen Schuss blieb am Schoner des Kaufbeurer Goalies hängen (18.). Dann knallte Tousignant wenig später einen Schuss aus der Halbdistanz an die Latte (18.). Genau in dieser Drangphase schlugen die Gastgeber erneut eiskalt zu. Schüle verlor den Puck an der blauen Linie und es entstand eine Kontersituation, die Alexander Thiel zum 2:0 für Kaufbeuren nutzte (18.). Es kam aber noch schlimmer. Denn keine 60 Sekunden später erhöhten die Hausherren auf 3:0. Wieder war Blomqvist Vorbereiter. Diesmal profitierte Joe Lewis von seinem Zuspiel (19.).

Dasselbe Spiel

Das 2. Drittel begannen die Löwen in Überzahl. Doch der erhoffte Befreiungsschlag wollte nicht fallen. Stattdessen lief es wie schon im ersten Abschnitt. Gleich der erste Angriff der Gastgeber saß: Max Schmidle brachte den Puck in den Slot, wo Alexander Thiel aus kurzer Distanz bereits zum zweiten Mal an diesem Abend traf (25.).

Die Löwen steckten aber weiter nicht auf und suchten ihr Heil im Angriff. Und in der 29. Minute war der Bann endlich gebrochen. Adam Mitchell nahm Vajs vorm Tor die Sicht, so dass Tousignant sich die Ecke aussuchen konnte und auf 1:4 verkürzte.

Vielleicht wäre es tatsächlich noch einmal spannend geworden, wenn Mick Köhler nach guter Vorarbeit von Breitkreuz in der 30. Minute den Puck einige Zentimeter höher – und damit über und nicht gegen den Schoner von Vajs gehoben hätte. Doch an diesem Abend waren die Löwen einfach nicht effektiv genug. Stattdessen brachten sich die Löwen durch eine Strafe wieder selbst ins Hintertreffen. Von der blauen Linie zog Schmidle ab und Kucis, dem die Sicht genommen war, musste ein fünftes Mal hinter sich greifen (31.). Das 1:5 hatte einen Torwartwechsel zur Folge. Ilya Andryukhov kam nun ins Löwen-Tor.

Nachdem der ESVK den neuen Keeper der Hessen einige Male geprüft hatte, waren wieder die Löwen am Drücker. Erst scheiterte Pistilli an Vajs (36.), dann lief Breitkreuz allein auf den Goalie zu und wurde beim Abschluss gefoult. Zum fälligen Penalty trat Tousignant an, der aber seinen Meister in Vajs fand (39.).

Nie aufgegeben, aber doch nur Ergebniskosmetik

Auch im Schlussabschnitt suchte die Löwen weiter ihr Heil in der Offensive, wohl wissend, dass Kaufbeuren nun auf Konter lauern würde. Für ihren sechsten Treffer brauchten die Joker allerdings keinen Konter. Steven Billich bedrängte Dominik Meisinger tief im Löwen-Drittel. Der verlor die Scheibe, die wie ein Geschenk für Gracel liegenblieb. Der Stürmer nahm dankend an und netzte ein (44.).

Eine sehenswerte Kombination brachte den Löwen das zweite Tor. Pistilli ließ die Scheibe schnell laufen und legte ab. Dann zog Breitkreuz aufs Tor und ließ Vajs keine Abwehrchance (45.). In der 49. Minute verkürzte Tousignant mit einem Handgelenkschuss aus dem Slot noch auf 3:6 und zwei Minuten später hatte Max Eisenmenger allein vorm Tor die Chance das Spiel vielleicht nochmal interessant zu machen. Doch statt den Goalie auszugucken versuchte er es mit einer Direktabnahme, die am Tor vorbeiging.

Nach dieser Großchance verflachte die Partie ein wenig und beide Seiten kamen nur noch zu wenigen Abschlüssen.

Ausblick:

Am Sonntag, den 27. Januar steht für die Löwen nach drei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen dann das nächste Heimspiel an. Zum Family Day empfangen die Löwen die Eispiraten Crimmitschau - Spielbeginn ist dann bereits um 16:00 Uhr. Karten für alle Löwen-Heimspiele gibt es im Löwen-Ticket-Shop und natürlich überträgt auch SpradeTV die Begegnungen live.

ESV Kaufbeuren – Löwen Frankfurt 6:3 (3:0, 2:1, 1:2)

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