Spielbericht

Kein Ass gegen die Joker

Auch die vierte Partie im Kalenderjahr 2018 können die Löwen nicht gewinnen. Am Ende heißt es 1:6 im Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren.

Frankfurt (DJ) - Wer ein Sinnbild für die momentane Misere der Löwen sucht, dem sei ein Konter der Löwen in Spielminute 28 empfohlen: Dominik Tiffels lief über rechts ins Angriffsdrittel und setzte einen satten Schlagschuss wohlüberlegt flach auf die Schoner von Stefan Vajs im Tor der Joker. Der unvermeidliche Rebound landete wie gewünscht genau vor den Füßen des über links mitgelaufenen Tyler Gron, der den hoppelnden Puck mit der Rückhand aber nur an den Außenpfosten des ansonsten offenen Tores setzen konnte.

Der Treffer hätte für die Löwen das 2:3 bedeuten können und Paul Gardners Team nur wenige Minuten nach einem 0:3-Rückstand wieder voll ins Spiel gebracht. Stattdessen behielten die Gäste aus Kaufbeuren eine beruhigendere Führung, welche auch nach 60 Minuten noch Bestand hatte. Damit kassierten die Löwen am heutigen Abend ihre vierte Niederlage in Serie und das obwohl die Vorzeichen der Partie und auch (einmal mehr) der Beginn ins Spiel eigentlich positiv darstellte.

Lichtung im Lazarett

Mit Nils Liesegang, Eric Valentin, Vlad Filin, Pawel Dronia und Hannibal Weitzmann sowie Florian Proske las sich die Verletztenliste des letzten Wochenendes beinahe so „gut“ wie eine potente Starting Six. Zum heutigen Heimspiel kehrten Liesegang, Valentin und Dronia wieder zurück ins Team, wodurch sich die Löwen mehr Tiefe, Flexibilität und möglicherweise auch den entscheidenden „Punch“ im Sturm erhofften um die Misere der letzten Spieltage zu beenden.

Um die zuletzt immer wieder kassierten, einfachen Gegentore aus Kontern heraus zu vermeiden, begannen die Löwen die Partie offensiv wie defensiv äußerst kontrolliert. So erlaubten sie dem ESV Kaufbeuren zwar keine schnellen Eintritte in die Offensive, blieben selbst aber auch wenig durchschlagskräftig im Spiel nach vorne.

Sieben der insgesamt zehn Torschüsse der Löwen aus dem ersten Drittel waren Distanzschüsse, da diese Abschlüsse meist die einzigen waren, die Kaufbeurens Defensive den Löwen gestattete.

Beste Defensive der Liga

Mit nur 88 Gegentoren nach 34 Spielen stellt Kaufbeuren die beste Defensive in der DEL 2 und hat schon so manchem offensiv agierenden Gegner im Spiel gegen die Joker das Lachen vergehen lassen. Entsprechend konzentriert gingen die Löwen zu Werke und versuchten keinesfalls „kopflos“ nach vorne zu agieren- konnten einen 0:2-Rückstand nach zwanzig Minuten aber dennoch nicht verhindern.  Max Schmidtle in der 11. Minute und Joseph Lewis Sekunden vor Ende des ersten Drittels brachten den ESVK in Front und damit schon früh auf die Siegerstraße.

Besonders bis zu ihrem zweiten Tor ging das Team von Coach Andreas Brockmann in der Verteidigung mit bemerkenswerter Vehemenz zur Sache, stand dicht im Slot, gewann zahlreiche Zweikämpfe an der Bande und konnte die Zone immer wieder zügig klären. Kam doch einmal ein Schuss bis auf Stefan Vajs durch, war dieser stets in Position um den Puck nicht nur zu parieren sondern auch fest zu halten und dem Offensivspiel der Löwen damit auch die Option der Rebounds zu entziehen.

Als die bis dahin ebenfalls solide agierende Verteidigung der Löwen bei einem Gegenzug in der 11. Minute dann einmal nicht energisch genug zur Sache ging, nutzte dies Max Schmidtle mit einem perfekt platzierten Schuss über Brett Jaegers Schulter eiskalt zur 1:0 Führung der Gäste. Zwar liesen sich die Löwen nicht demoralisieren, doch ein wirksames Mittel Kaufbeurens Hintermannschaft nachhaltig unter Druck zu setzen oder gar zu bezwingen, fanden sie auch in Überzahl nicht.

Mit Ablauf einer Strafe gegen Christopher Kasten 13 Sekunden vor Ende des ersten Drittels fingen sich die Löwen dann auch noch einen 2-gegen-1-Konter. Tim Schüle gelang es zwar den Passweg zu Kasten zu schließen, doch sein Dive lenkte den Schuss von Joseph Lewis unglücklich an Brett Jaeger vorbei ins eigene Tor. Als Kaufbeuren kurz nach Wiederbeginn durch Sami Blomqvist gar auf 0:3 erhöhte ahnten die Löwen-Fans unter den 4.527 Zuschauern schon Böses.

Kurzer Hoffnungsschimmer

Doch eine Minute nach dem vermeintlichen „Neck-Breaker“ gelang den Löwen endlich eine Offensivsequenz, wie sie es sich vorgestellt hatten. C.J. Stretch bediente dabei zunächst Matt Pistilli, dessen harter Schuss von Stefan Vajs nur in den Slot pariert werden konnte. Und selbst wenn sonst wenig geht, ist hier stets Brett Breitkreuz zu Hause und hauchte den Löwen mit seinem 1:3 (23.) neues Leben ein.

Tatsächlich folgten nun die stärksten Minuten der Löwen. Doch weder C.J. Stretchs verdeckter Schuss im Powerplay (26.), den Stefan Vajs noch mit dem Rand seines Handschuhs über die Latte lenkte, noch der Rebound bei Tyler Grons Riesenchance (28.) vermochte den Weg ins Netz zu finden.

Das sich nun immer weiter öffnende Spiel schien den Löwen allerdings mehr in die Karten zu spielen als denen auf Struktur bedachten Jokern. Bevor die Löwen aber möglicherweise doch noch zurück ins Spiel kamen, suchten sie die Geister der letzten Spiele heim: Eine (umstrittene) Strafe gegen Brett Breitkreuz zwang die Löwen in Unterzahl und servierte Max Schmidtle seinen zweiten Treffer am heutigen Abend zum 4:1 nach einem Rebound im Slot (34.).

Der Widerstand der Löwen war nun final gebrochen, so dass die beiden weiteren Treffer für Kaufbeuren durch Joona Karevaara (38.) und Tim Wohlgemuth (57.) quasi schon unter der Rubrik „Ergebniskosmetik“ fallen.

Ausblick

Am Sonntag reisen die Löwen nach Freiburg ins Breisgau, wo die Wölfe auf Paul Gardners Team warten. Spielbeginn in der Franz-Siegel-Halle ist um 18.30 Uhr, SpradeTV überträgt die Partie natürlich live.
Am nächsten Freitag empfangen die Löwen dann die Kassel Huskies zum großen Hessenderby in der Eissporthalle. Tickets für die Partie gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop.

 

Statistik