Spielbericht

Kein Klassenunterschied

Beim Testspielderby gegen die Adler Mannheim unterliegen die Löwen knapp mit 2:4. CJ Stretch mit Doppelpack.

Frankfurt (MK) - Wenn der Meister der 2. Liga gegen eines der Topteams des Oberhauses und den Lokalrivalen Nummer 1 vor ausverkauften Haus zum Traditionsderby antritt, stellt dies in eigentlich allen deutschen Sportarten die Ouvertüre der neuen Meisterschaftsaison dar. Einen Sonderweg geht da einmal mehr das deutsche Eishockey.

Aufgrund der fehlenden Auf- und Abstiegsregelung bedurfte es einer Testspielvereinbarung, um die Löwen Frankfurt mit ihrem "Lieblingsgegner" aus der Kurpfalz, den Adler Mannheim, zusammenzubringen.

Wie sehr sich nicht nur die Fans aus der Mainmetropole nach diesem Derby sehnten, wurde schnell bei einem Blick auf die mit 6.032 Zuschauern ausverkauften Ränge deutlich: knapp 2.500 Anhänger der Adler hatten sich aus der Kurpfalz für dieses Testspiel auf den Weg ins wunderschöne Südhessen gemacht. Zahlen von denen eine Vielzahl von DEL-Standorten in der regulären Saison nur träumen kann.

Doch nicht nur bezüglich des Zuschauerinteresses, auch spielerisch zeigten sich die Löwen bereit für höhere Aufgaben. Denn trotz des späteren Vorbereitungsbeginns der Löwen und der stärkeren Limitierung der Kontingentspieler entwickelte sich ein  ausgeglichenes Duell.

Löwen trotzen Adler-Blitzstart

Dabei erwischte das mit Ex-NHL-Spielern wie Luke Adam und Devin Setoguchi sowie zahlreichen Nationalspielern gespickte Star-Ensemble einen Start nach Maß.

Bereits nach 106 Sekunden standen zwei Treffer für die Kurpfälzer auf der Anzeigetafel: den Auftakt machte Koloss David Wolf, der sich im Slot durchtankte und am langen Pfosten einschob (2. Spielminute). Nur eine halbe Minute später standen dann Luke Adam und Chad Kolarik frei vor Brett Jaeger (2.) und ließen den gewohnt schadenfrohen Mannheimer Anhang bereits von einem zweistelligen Kantersieg träumen.

Doch die Gästefans hatten die Rechnung ohne das hochmotivierte Löwenrudel gemacht. Ungeachtet des Adler-Blitzstarts und des vermeintlich übermächtigen Gegners waren die Südhessen nämlich nicht auf bloße Schadensbegrenzung bedacht, sondern suchten ganz im Sinne von Coach Paul Gardner ihr Heil in der Offensive.

War die erste Torchance durch Pawel Dronia noch ein Zufallsprodukt durch einen unberechenbaren Abpraller von der Bande (8.), näherten sich die Löwen in Person von Brett Breitkreuz (12.) und Try-Out-Spieler Luca Barnabo (20.) immer mehr dem von Ex-Lions-Keeper Dennis Endras gehüteten Adler-Tor an.

Stretch-Doppelpack bringt Löwen zurück

Die Vollendung oblag der Angriffsbemühungen gelang dann schließlich der Frankfurter-Paradereihe um CJ Stretch, die trotz nur einer Woche gemeinsamer Eiszeit bereits wieder prächtig harmonierte.

Mit einem Doppelpack in der 24. und 26. Spielminite egalisierte der kanadische Center für die Löwen. Der sehenswerte Schlenzer in den Winkel zum zwischenzeitlichen 2:2 wurde eingeleitet durch eine Glanzparade des zum Mitteldrittels eingewechselten Florian Proske.

Fortan waren Spieler wie Fans der Löwen wie entfesselt und gestalteten das Kräftemessen auf wie abseits des Eises mindestens ausgeglichen. Ausgerechnet bei eigener Überzahl unterlief den Hausherren jedoch ein verhängnisvoller Aufbaufehler, den Matthias Plachta eiskalt im Alleingang bestrafte (39.).

Löwen bleibt Happy-End versagt

So gingen die Adler zwar mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt, ein Klassenunterschied war jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu erkennen. Daran änderte sich auch in den letzten 20 Minuten nichts mehr, in denen Neuzugang Hannibal Weitzmann für die Löwen zwischen den Pfosten stand.

Der Schlussmann vom Kooperationspartner Kölner Haie geriet nur bei einem Lattentreffer in Bedrängnis (47.), hatte in diesem Moment aber das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite.

Eben jenes fehlte den Löwen aber leider im Abschluss. Eric Stephan hatte in der 50. Spielminute bereits das leere Tor vor sich, brachte die Scheibe jedoch nicht über die Linie.

So sorgte Christoph Ullmann in der Schlussminute mit einem Empty-Netter zum 4:2 für die Entscheidung. Dies konnte die Feierstimmung und den Stolz auf das eigene Team auf beiden Seiten jedoch nicht mehr trüben.

Es bleibt nur zu hoffen, dass der moralischen Qualifikation der Löwen für die DEL so schnell wie möglich auch die tatsächliche folgen wird. Regelmäßige Aufeinandertreffen der Löwen und Adler wären nicht nur für das Frankfurter Eishockey ein großer Gewinn.

Road-Trip nach Glasgow - Neuauflage des Vorjahres-Finales

Die Vorbereitung führt die Mannen um Löwen-Kapitän Patrick Jarett in der kommenden Woche nach Schottland, wo die Frankfurter am Samstag und Sonntag beim Braehead Clan Glasgow antreten werden.

Das nächste Heimspiel ist dann bereits der Saisonauftakt zur DEL2-Saison 2017/18. Am 15. September kommt es ab 19:30 Uhr zur Neuauflage des letztjährigen Finales mit den Bietigheim Steelers. Tickets für diese und alle anderen Vorrunden-Spiele können wie gewohnt im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt - Adler Mannheim 2:4 (0:2, 2:1, 0:1)