Spielbericht

Löwen setzen Starbulls die Hörner auf

Löwen feiern gegen Rosenheim höchsten Saisonsieg. Ricco Ratajczyk erzielt erstes Tor im Löwendress.

Frankfurt (MK) – Einer der Vorzüge des dicht gedrängten Eishockey-Spielplanes ist, dass nach Niederlagen keine große Zeit zum Grübeln bleibt. Und so nutzten die Löwen Frankfurt keine 48 Stunden nach der am Freitag so unglücklich zu Ende gegangenen sechs Spiele währenden Siegesserie die Partie gegen die Starbulls Rosenheim, um mit einem deutlichen 8:2-Erfolg den Grundstein für eine neue Serie zu legen.

Deutlich härter als die beiden verlorenen Punkte trifft die Löwen daher auch der Verlust von Lukas Laub, der Paul Gardner aufgrund einer Knieverletzung für vier bis sechs Wochen fehlen wird. So war der Löwen-Dompteur zu Umstellungen gezwungen und ließ die beiden verbliebenen U23-Stürmer im Frankfurter Dress zwischen den beiden Breitkreuz-Brüdern rotieren.

Löwen finden Schokoladenseite

Startschwierigkeiten hatte die Formation dadurch jedoch nicht, im Gegenteil: Brett Breitkreuz hatte in der 2. Spielminute die erste gute Chance der Partie, kam nach schöner Kombination mit seinem Bruder gegen den bereits geschlagenen Starbulls-Schlussmann Timo Herden jedoch nicht zum Abschluss.

Dies gelang dem seit seiner Rückkehr phänomenal aufspielenden Richard Mueller dafür umso eindrucksvoller: bei angezeigter Strafe – Eddy Rinke-Leitans hatte die Strafe im Slot gezogen – nahm der Löwen-Scharfschütze vom linken Bullykreis Maß und überwand Timo Herden mit einem flachen Handgelenkschuss auf der Fanghandseite (4.).

Matthew Pistilli schien sich den Abschluss ganz genau angeschaut zu haben, denn knapp zwei Minuten später war auch der Kanadier mit einem Schuss von gleicher Stelle auf das gleiche Ziel erfolgreich (6.).

Auf der Gegenseite fiel dem am Freitag noch so erfolgreichen Top-Sturm der Rosenheimer, um Goldhelm Tyler Scofield hingegen zunächst herzlich wenig ein.

Kolanos knockt Jaeger aus

Und auch nach der Pause waren es zunächst die Hausherren, die den Fuß auf dem Gaspedal hatten. Erneut hatte Brett Breitkreuz die erste Chance des Spielabschnitts, sein Tip-In-Versuch aus dem Slot konnte Timo Herden jedoch parieren (22.).

Bei einem Alleingang seines letztjährigen Mannschaftskollegen CJ Stretch bewahrte der junge Schlussmann die Grün-Weißen dann sogar nicht nur vor einem höheren Rückstand, sondern leitete mit seiner Parade einen Gegenzug ein, der Tyler Scofield seinerseits einen Alleingang und das 1:2 ermöglichte (24.).

Die Partie war nun deutlich offener, doch sowohl Clarke Breitkreuz (27.) auf der einen als auch Manuel Edfelder und Tyler Scofield auf der anderen Seite (30.) brachten den Puck nicht im Tor unter.

Dies gelang nach einem Konter dann Mike Card: der Verteidiger stahl sich unbeobachtet vor das Gästetor und netzte nach Zuspiel von Matt Pistilli überlegt ein (31.). Damit kehrte zunächst einmal wieder Ruhe ins Spiel ein, bis Rosenheims Neuerwerb Krys Kolanos nach einem Alleingang ungebremst in Brett Jaeger hereinrauschte (37.).

Die Folge: Florian Proske musste für den sichtlich durchgeschüttelten Löwen-Schlussmann im Kasten übernehmen, der NHL-erfahrene Journeyman, der sein erstes Auswärtsspiel für die Starbulls bestritt, vorzeitig zum Duschen in die Kabine.

Entscheidung im Powerplay

Die Löwen stellten sicher, dass die Tat auch abseits der Strafzeitenspalte nicht ungesühnt blieb. Matt Tomassoni erzielte per Penalty nur 16 Sekunden nach Spielaufnahme im Schlussdrittel für das 4:1 (41.), sein Namensvetter Pistilli sorgte kurz vor Ablauf der Strafe mit seinem zweiten Treffer des Tages für klare Verhältnisse (42.).

Damit war dann auch eine Phase des munteren Scheibenschießens eröffnet: Manuel Edfelder zimmerte die Scheibe mit einem Gewaltschuss an Florian Proske vorbei in den rechten Torgiebel (45.), Clarke Breitkreuz konterte nur 47 Sekunden später aus dem Slot (45.).

Damit war dann auch der letzte Funke Kampfeswille bei den Oberbayern erloschen, die sich nun in ihr Schicksal fügten. Ricco Ratajczyk mit seinem ersten Tor im Löwendress und Brett Breitkreuz schraubte mit ihren Treffern nicht nur die Tordifferenz weiter in die Höhe, sondern bescherten dem Tabellenzweiten damit zugleich auch den höchsten Saisonsieg.

Freitag Spitzenspiel in Bietigheim, Sonntag Familientag gegen Kaufbeuren

Weiter geht es für die Löwen am Freitag um 19:30 Uhr mit dem Spitzenspiel beim angeschlagenen Spitzenreiter in Bietigheim, wo die Südhessen die Steelers mit einem Sieg vom Thron stoßen können.

Das nächste Heimspiel steht dann am Sonntag gegen den ESV Kaufbeuren aus. Aufgrund des „Kinderwelt halligalli“-Familientages beginnt die Partie bereits um 16 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Vorrundenpartien können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt – Starbulls Rosenheim 8:2 (2:0, 1:0, 5:1)

Statistik

Aufstellung Löwen Frankfurt:

Torhüter: Florian Proske, Brett Jaeger

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Stürmer: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner