Spielbericht

Löwen trotzen Verletzungspech und Duisburg

Gegen den Finalisten der Vorsaison bleiben die stark ersatzgeschwächten Löwen weiterhin ungeschlagen. Überzahlspiel entscheidet Partie im zweiten Drittel.

Nach einer Woche voller sportlicher Hiobsbotschaften stellten die Löwen gegen die Duisburger Füchse, die mit neun Förderlizenzspielern der DEL-Teams der Kölner Haie und Düsseldorfer EG sowie dem in der vergangenen Spielzeit ebenfalls noch in der höchsten Spielklasse spielenden Kanadier Adam Courchaine angetreten waren, erneut ihre tolle Moral und spielerische Klasse unter Beweis. In einer kampfbetonten Partie bezwangen sie den Vorjahresfinalisten mit 5:0 und bescherten damit Stadionsprecher Rüdiger Storch zu dessen 20-jährigem Jubiläum das schönste Geschenk.

Nachdem sich zu Beginn der Woche Toptorschütze Jakub Rumpel das Innenband gerissen hatte, schlug das Verletzungspech kurz vor dem Wochenende gleich doppelt zu. Youngster Steven Bär erlitt im Training ebenfalls eine Knieverletzung. Noch schlimmer erwischte es jedoch Verteidiger Manuel Neumann, der sich bei einem Trainingsunfall den fünften Halswirbel brach. Darüber hinaus musste Trainer Frank Gentges weiterhin auf Boris Ackers (Fingerbruch), Marvin Bauscher (Kieferbruch) und Norman Martens (Schulterverletzung) verzichten.

Sein lang erwartetes Debüt für die Löwen gab nach verheiltem Innenbandriss hingegen Rechtsaußen Lance Monych, der Jakub Rumpels Position an der Seite Nils Liesegangs und Sven Breiters einnahm. Als Back-Up von Ackers-Vertreter Jan Kremer fungierte erneut Junioren-Torhüter Lucas di Berardo.

Spiel auf Augenhöhe in Drittel 1

Vom Eröffnungsbully weg entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die ersten guten Einschussmöglichkeiten hatten die Gäste bei ihrer ersten und einzigen Überzahlgelegenheit der Partie. In der 3. Spielminute kratzte zunächst Pascal Schoofs den Puck von der Linie, kurz darauf entschärfte Jan Kremer einen Schlagschuss durch Oliver Mebus. Auf der Gegenseite traf Peter Baumgartner bei angezeigter Strafe nur die Latte (4.).

Nachdem die Gastgeber auch die darauf folgende knapp anderthalbminütige doppelte Überzahl ungenutzt ließen, dauerte es bis zur 10. Spielminute, ehe sich eine der beiden Mannschaften die nächste klare Torchance erarbeiten konnte. Christoph Ziolkowski stand nach feinem Doppelpass mit Patrick Schmid frei vor Füchse-Keeper Björn Linda, der jedoch glänzend reagierte. Die größte Chance des Spielabschnitts vereiltete jedoch Jan Kremer, als er eine Direktabnahme von Adam Courchaine aus kurzer Distanz mit einem Fanghandreflex parierte (13.). Da auch Tom Fiedlers Alleingang auf Björn Linda (19.) ohne Erfolg blieb, gingen beide Teams mit einem torlosen Remis nach 20 Minuten in die Kabine.

Dort befand sich zu diesem Zeitpunkt schon Felix Stokowski, der kurz vor Drittelende mit Anlauf in die Bande gerammt wurde (20.). Bei dieser Aktion erlitt der Löwen-Verteidiger eine Schulterverletzung und droht ebenfalls langfristig auszufallen. Um weiterhin mit zumindest drei Verteidigungsreihen agieren zu können, beorderte Frank Gentges in der Folge Christoph Ziolkowski in die Verteidigung.

Löwen bestrafen Undiszipliniertheit Lindas

Den besseren Start in das zweite Drittel erwischten die Gäste, doch erneut war es Jan Kremer, der mit zwei tollen Paraden zur Stelle war. So war es dann schließlich Michael Schmerdas Direktabnahme eines Zuspiels von Tom Fiedler, die für den ersten Treffer des Abends (30.) sorgte. Die letztlich spielentscheidende Szene ereignete sich jedoch eine knappe Minute später: der bis dahin große Rückhalt der Füchse, Björn Linda, ließ sich bei Frankfurter Überzahl zu einem Stockstich gegen Löwen-Unruheherd Sven Breiter hinreißen.

Die folgende fünfminütige Überzahl nutzten die Gastgeber gleich doppelt. Roland Mayr verwertete den Abpraller eines Schlagschusses durch Pascal Schoofs (32.), Tom Fiedler stocherte den Puck über die Linie (34.), nachdem Linda-Ersatz Patrick Klein die Scheibe nicht kontrollieren konnte. Christoph Koziol (34.) und Roland Mayr (36.) verpassten eine weitere Bestrafung nur knapp. Lance Monychs erster Saisontreffer (37.), der nach Zuspiel Sven Breiters den Duisburger Torhüter aussteigen ließ und ins freie Tor einschob, rundete schließlich das Drittel für die Löwen ab, die von den knapp 3.500 Zuschauern mit stehenden Ovationen in die zweite Pause verabschiedet wurden.

Löwen kontrollieren Schlussabschnitt

Gegen nun konsternierte Duisburger kontrollierten die Gastgeber im Schlussabschnitt das Spielgeschehen und verteidigten das Tor von Jan Kremer geschickt. Die einzig nennenswerte Einschussgelegenheit der Gäste verpasste Benjamin Hanke (52.), so dass Jan Kremers Leistung mit dem zweiten Shut-Out der Saison belohnt wurde. Auf der Gegenseite hatten die Löwen durch Alleingänge Danny Albrechts (48.), dem zudem ein Treffer in der 42. Spielminute aufgrund einer vermeintlichen Torraumabseitsstellung aberkannt wurde, und Branislav Pohanka (53.) sogar die Gelegenheit, auf 5:0 zu erhöhen. Dies übernahm in der Schlussminute dann Roland Mayr, dessen Handgelenkschuss genau unterhalb des Giebels landete.

Frank Gentges: "Überragende Leistung!"

"Die Jungs haben heute eine überragende Leistung abgeliefert", war Trainer Frank Gentges nach Spielende voll des Lobes für seine Mannen. "Angesichts der vielen Ausfälle haben wir perfekt reagiert und sehr diszipliniert und konzentriert gespielt." Ein Sonderlob erhielt Jan Kremer, der "seine starken Leistungen der letzten Woche heute gegen einen guten Gegner bestätigt hat."

Weiter geht es für die Löwen-Meute am kommenden Sonntag beim "Angstgegner" der Vorsaison, den Königsborner Bulldogs, wo die Löwen im dritten Anlauf endlich ihren ersten Sieg einfahren möchten. Spielbeginn in Unna ist um 18:30 Uhr.

Das nächste Heimspiel bestreiten die Löwen erst nach der Länderspielpause. Am 16. November wird dann der Krefelder EV zu Gast sein. Spielbeginn ist wie gewohnt am Freitagabend um 19:30 Uhr. Tickets für diese Partie wie auch für alle weiteren Heimspiele können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt - EV Duisburg 5:0 (0:0, 4:0, 1:0)

1:0 (29:42) Michael Schmerda (Tom Fiedler, Branislav Pohanka)
2:0 (31:41) Roland Mayr (Pascal Schoofs, Thomas Schenkel) PP2
3:0 (33:04) Tom Fiedler (Lance Monych, Branislav Pohanka) PP1
4:0 (36:27) Lance Monych (Sven Breiter, Nils Liesegang)
5:0 (59:26) Roland Mayr (Pascal Schoofs, Thomas Schenkel)

Strafminuten: Frankfurt 2 - Duisburg 17 + 20 (Linda).

Zuschauer: 3.569.

Löwen Frankfurt: Kremer; Schoofs, Kirschbauer -  Stokowski, Baumgartner – Krämmer, Schenkel; Schmerda, Pohanka, Fiedler - Breiter, Liesegang, Monych - Mayr, Albrecht, Koziol - Domogalla, Ziolkowski, Schmid.