Spielbericht

Schlagabtausch in Kassel

In einer kampfbetonten Partie unterliegen ersatzgeschwächte Löwen mit 5:6 nach Penaltyschießen. Marc Schaub gleicht 20 Sekunden vor Spielende aus.

Kassel (MK) - Das dritte Testspiel der Vorbereitung führte die Löwen Frankfurt am Freitagabend zu einem alten Bekannten, den Kassel Huskies. Die Partie mit den Schlittenhunden gehört mittlerweile fast schon ebenso zum Vorbereitungsprogramm der Südhessen wie die schweißtreibenden Konditionseinheiten zum Auftakt des Trainingslagers. Doch in dieser Saison verlieh der Spielplan der DEL2 dem alljährlichen Aufeinandertreffen eine pikante Note, treffen die beiden hessischen Rivalen doch zum Saisonauftakt in drei Wochen an selber Stelle wieder aufeinander.

Wer nun aber erwartet hatte, dass beide Teams sich nicht in die Karten schauen lassen und mit angezogener Handbremse spielen würden, sollte eines besseren belehrt werden. Statt lauem Sommereishockey lieferten sich der Vorjahres-Dritte und -Vierte der DEL2 einen packenden Fight, im wahrsten Sinne des Wortes. Am Ende der 60 Spielminuten standen auf beiden Seiten nicht nur 5 Tore, sondern auch jeweils 100 Strafminuten zu Buche.

Kasseler "Fight-Night"

Nach nicht einmal 50 Sekunden flogen bereits das erste Mal die Fäuste, Nils Liesegang hatte sich gleich mit zwei Huskie-Verteidigern angelegt. Auch in der Folge dominierten Kampf und Zweikampfhärte, so dass insbesondere die Strafbank der Löwen stets gut gefüllt blieb. Eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Nick Mazzolini (5. Spielminute) nutzten die Hausherren gleich doppelt: Neuzugang Jean-Michael Daoust (7.) und Jens Meilleur (8.) brachten die Schlittenhunde mit 2:0 in Front. Auch beim dritten Treffer durch Jackson Kuhn (15.) agierten die Nordhessen in numerischer Überzahl.

Die ohnehin stark ersatzgeschwächten Löwen, bei denen neben den Verletzten Patrik Vogl, Brett Breitkreuz und Felix Thomas krankheitsbedingt auch noch Dennis Reimer und Mike Hammond ausfielen, hatten zu diesem Zeitpunkt auch noch Nico Oprée verloren. Nach einem Faustkampf (14.) war der Rückkehrer ebenso wie sein Gegenüber Carter Proft von Hauptschiedsrichter Markus Krawinkel vorzeitig zum Duschen geschickt worden.

Special Teams im Blickpunkt

Doch die Mannen von Tim Kehler steckten nicht auf und ließen im Mittelabschnitt ihr Können bei numerischer Überlegenheit aufblitzen: Marc Schaubs Treffer bei doppelter Überzahl (23.) ließ den mitgereisten Löwenanhang erstmalig jubeln. Vier Minuten später erzielte Chad Niddery, Gastspieler vom Löwen-Kooperationspartner Duisburger Füchse, ebenfalls in Überzahl den Anschlusstreffer (27.).

Die Gäste drängten nun auf den Ausgleich, mussten kurz vor der zweiten Sirene jedoch einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Jamie MacQueen verwandelte einen Konter in Unterzahl zum 4:2 für die Huskies (39.).

Löwen Aufholjagd wird diesmal belohnt

Wie schon vor einer Woche beim Test gegen die Roten Teufel Bad Nauheim ließen sich die Mannen von Löwen-Dompteur Tim Kehler von dem Rückstand nicht entmutigen und belohnten sich diesmal auch selbst für ihre großartige Moral in der Schlussminute mit dem Ausgleich. Marc Schaub sorgte mit seinen Toren 2 (54.) und 3 (60.) an diesem Abend für den 5:5-Endstand nach 60 Minuten. Zuvor hatten Lukas Laub (45.) für die Frankfurter und Taylor Carnevale (52.) für die Huskies getroffen.

Im anschließenden Penaltyschießen markierte Jean-Michael Daoust den entscheidenden Treffer.

Samstagabend: Test beim Kooperationspartner

Nach Spielende reiste der Löwen-Tross gleich wieder zurück nach Duisburg, wo morgen zum Abschluss des zweiwöchigen Trainingslagers in der Wedau das nächste Testspiel gegen den Kooperationspartner Duisburger Füchse ansteht. Eröffnungsbully in der Scania-Arena ist um 19:30 Uhr.

Kassel Huskies - Löwen Frankfurt 6:5 n.P. (3:0, 1:2, 1:3)

1:0 (6:39) Jean-Michael Daoust (Carter Proft) PP2
2:0 (7:55) Jens Meilleur (Taylor Carnevale) PP2
3:0 (14:49) Jackson Kuhn (Braden Pimm, Michael Christ) PP1
3:1 (22:07) Marc Schaub (Matt Tommassoni, Nils Liesegang) PP2
3:2 (26:03) Chad Niddery (Lukas Laub) PP1
4:2 (38:15) Jamie MacQueen (Taylor Carnevale, Mathias Müller)
4:3 (44:44) Lukas Laub (Clarke Breitkreuz)
5:3 (51:25) Taylor Carnevale (Sören Sturm, Manuel Klinge) PP2
5:4 (53:00) Marc Schaub (Mike Card, Nils Liesegang) PP1
5:5 (59:40) Marc Schaub (Justin Kirsch, Clarke Breitkreuz) 6:5
6:5 (60:00) Jean-Michael Daoust PS

Strafminuten: Kassel 62 + 20 (Proft) + 20 (Marco Müller) - Frankfurt 40 + 10 (H. Martens) + 10 (Mueller) + 20 (Mazzolini) + 20 (Oprée).

Schiedsrichter: Markus Krawinkel; L. Müller, N. Neutzer.

Löwen Frankfurt: Ore (Schroth); Card, Tomassoni, H. Martens, Schwarz, Cespiva; N. Martens, Kirsch, Schaub, Sparre, Mueller, C. Breitkreuz, Oprée, Mazzolini, Reimer, Laub, Liesegang, Kabitzky, Niddery, Kunce, Grözinger.