Spielbericht

Spektakel zum Hauptrundenfinale

Mit einem 8:6-Erfolg gegen Spitzenreiter Bietigheim Steelers schießen sich die Löwen für die Playoffs heiß. Richard Mueller erzielt 40. Saisontreffer.

Frankfurt (MK) - 14 Tore, 16 Überzahlsituationen, Coast-to-Coast-Hockey und Torchancen im Minutentakt: all dies ist in den für die Löwen Frankfurt am 13. März mit einem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars anstehenden Playoffs nicht zu erwarten.

Doch am letzten Spieltag der Hauptrunde warfen die Mannen von Löwen-Dompteur Tim Kehler, der neben dem verletzten Norman Martens auch auf den erkrankten Top-Scorer Nick Mazzolini verzichten musste, und der souveräne Vorrundensieger alle defensiven Zwänge über Bord und brannten vor 5.314 Zuschauern ein Offensivfeuerwerk ab.

Justin Kirsch bringt Löwen in Front

Es dauerte gerade einmal 12 Sekunden, da hatte Richard Gelke die erste große Gelegenheit der Partie. Nach einem Abspielfehler kam der Youngster aus spitzem Winkel frei zum Abschluss, doch Steelers-Backup Andreas Mechel war zur Stelle (1. Spielminute).

Auch gegen Dennis Reimer (3.) behielt der Vertreter von Sinisa Martinovic zunächst die Oberhand, musste beim ersten Überzahlspiel des Aufsteigers jedoch erstmalig hinter sich greifen. Marc Schaub stand im Slot goldrichtig und arbeitete die Scheibe im Nachsetzen aus dem Getümmel über die Linie (6.).

Die Löwen blieben auch nach dem Treffer das dominierende Team und hatten durch Justin Kirsch (7.), Clarke Breitkreuz (9.), den freistehenden Frederik Gradl (11.) und Dennis Reimer (12.) Möglichkeiten auf 2:0 zu erhöhen. Dies übernahm schließlich Justin Kirsch, der aus dem rechten Bullykreis einen Nachschuss verwertete (13.).

Gefährliche Torchancen der Bietigheim Steelers waren bis zu diesem Zeitpunkt keine zu verzeichnen, so dass der Anschlusstreffer durch Archie Skalbeck (15.) durchaus überraschte.

Die Gäste fanden in der Folge zwar besser in die Partie, doch dank Justin Kirschs zweiten Treffers (18.) - ein Handgelenkschuss des Deutsch-Kanadiers rutschte Andreas Mechel bei angezeigter Strafe unter der Fanghand durch - gingen die Löwen mit einer Zwei-Tore-Führung in die erste Pause.

Steelers drehen auf

Doch diese sollte nur kurz währen, da der Vizemeister im Mitteldrittel aufdrehte und seine große individuelle Klasse ausspielte. Marcus Sommerfeld zimmerte den Puck kurz nach Wiederbeginn vom Bullykreis in den Winkel (21.), zweieinhalb Minuten später ließ Frederic Cabana die Löwendefensive stehen und glich nach feiner Einzelleistung in Unterzahl aus.

Die Bietigheimer, die mit 115 Punkten in dieser Saison einen neuen DEL2-Rekord aufstellten, waren jetzt am Drücker und hatten durch Archie Skalbeck (25.) die Chance in Führung zu gehen.

Doch die Löwen steckten keineswegs auf und waren ihrerseits zur Stelle, als sich die Gelegenheit bot. Clarke Breitkreuz (28.) bestrafte eine Undiszipliniertheit von Benjamin Kronawitter und brachte die Südhessen in Überzahl erneut in Front.

Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nach David Cespivas und Richard Muellers Schlagschussversuchen, scheiterte Steelers-Goldhelm David Wrigley im Gegenzug an Antti Ore (30.).

Fünf Minuten später war der finnische Schlussmann dann jedoch erneut geschlagen. Der kurz vor Transferschluss verpflichtete Chris St. Jacques jagte den Puck nach einem langen Pass von David Wrigley am langen Pfosten in die Maschen (35.).

Weniger Glück hatte auf der Gegenseite Marc Schaub, dessen Schuss vom Innenpfosten ins Feld zurückprallte (36.). So konnten die Gäste die Partie dank eines weiteren Überzahlspiels vor der zweiten Sirene sogar noch drehen.

Top-Scorer David Wrigley behielt im Slot die Übersicht und nutzte eine Konfusion vor dem Löwentor 42 Sekunden vor Drittelende zur ersten Führung der Steelers an diesem Abend (40.).

Löwen schlagen zurück

Auch im Schlussabschnitt dauerte es nicht lange, ehe beide Teams offensiv wieder Fahrt aufgenommen hatten. Richard Mueller warf einmal mehr den Turbo an, ließ die Gegnerdefensive stehen und überwand Andreas Mechel zum schnellen Ausgleich (42.). Doch Bietigheim antwortete prompt: nur zwei Minuten später schob Robin Just freistehend am linken Pfosten zum 5:6 ein (44.).

Beide Teams spielten auch weiterhin mit offenem Visier und suchten ihr Heil in bedingungsloser Offensive. Hatten die Löwen bei einem Schuss Marc Schaubs durch die Schoner von Andreas Mechel noch Pech, dass der Puck knapp am Pfosten vorbeitrudelte (46.), war Fortuna bei einem Pfostenschuss David Wrigleys im direkten Gegenzug wieder auf ihrer Seite.

Ganz ohne Glück, sondern mit einer herausragenden Einzelleistung sorgte Kyle Ostrow, der für Nick Mazzolini ins Löwen-Rudel Kader gerückt war, in Unterzahl für den neuerlichen Ausgleich. Nachdem Marc Schaub das Tor mit einer Baseball-Direktabnahme nach einem hüfthohen Querpass des quirligen Kanadiers verpasst hatte, vollendete dieser den Nachschuss mit einem gefühlvollen Rückhandlupfer (49.).

Beide Teams drängten nun auf die Entscheidung, wobei die Hausherren die besseren Torchancen besaßen. Richard Gelke (50.) und Márton Vas (55.) scheiterten jedoch an Pfosten und Latte.

Doch auch davon ließen sich die Löwen an diesem Abend nicht entmutigen und kamen durch Richard Gelke dreieinhalb Minuten vor Spielende zum vielumjubelten 7:6 (57.).

Dass dies der Siegtreffer dieser wilden Partie werden sollte, dafür sorgte schließlich auch Liga-Top-Torjäger Richard Mueller (59.), der mit seinem 40. Saisontreffer 96 Sekunden vor Spielende für klare Verhältnisse sorgte und die Schlussoffensive der Steelers damit im Keim erstickte.

Playoff-Viertelfinale gegen Ravensburg

Da im Parallelspiel auch die Kassel Huskies erfolgreich waren, beenden die Löwen Frankfurt die Hauptrunde auf Rang 4 und empfangen im Playoff-Viertelfinale die Ravensburg Towerstars.

Die erste Begegnung findet am Freitag, den 13.03. um 19:30 Uhr in der heimischen Eissporthalle statt, die dritte Partie ist für Dienstag, den 17.03. terminiert. Tickets für beide Partien können ab sofort im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt - Bietigheim Steelers 8:6 (3:1, 1:4, 4:1)
1:0 (5:47) Marc Schaub (Dennis Reimer, Clarke Breitkreuz) PP1
2:0 (12:20) Justin Kirsch (Richard Mueller, Patrik Vogl)
2:1 (14:17) Archie Skalbeck (Max Prommersberger, Markus Gleich)
3:1 (17:14) Justin Kirsch (Richard Mueller) 6:5
3:2 (20:59) Marcus Sommerfeld (Matt McKnight, Markus Gleich)
3:3 (23:35) Frederic Cabana (Max Prommersberger, Markus Gleich) SH1
4:3 (27:17) Clarke Breitkreuz (Dennis Reimer, Patrik Vogl) PP1
4:4 (34:48) Chris St. Jacques (David Wrigley) PP1
4:5 (39:18) David Wrigley (Dominic Auger, Jason Pinizzotto)
5:5 (41:06) Richard Mueller (David Hájek)
5:6 (43:19) Robin Just (Chris St. Jacques) PP1
6:6 (48:19) Kyle Ostrow (Marc Schaub) SH1
7:6 (56:27) Richard Gelke (Andreas Schwarz)
8:6 (58:24) Richard Mueller (Patrik Vogl, Márton Vas)

Strafminuten: Frankfurt 18 + 10 (Reimer) - Bietigheim 16.

Zuschauer: 5.314.

Schiedsrichter: Markus Krahwinkel, Ulrich Hatz - D. Kyei-Nimako, N. Neutzer.

Löwen Frankfurt: Ore (Schroth); Vogl, H. Martens, Hájek, Schwarz, Vas, Cespiva, Gärtner; Kirsch, Schaub, Gare, Ostrow, Ziolkowski, Gradl, Mueller, Breitkreuz, Gelke, Reimer, Liesegang.