Spielbericht

Torfestival in der Lausitz

In einem vogelwilden Spiel siegen die Löwen Frankfurt mit 7:5 bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser. Marc Schaub kehrt nach zweimonatiger Verletzungspause ins Löwen-Rudel zurück.

Weißwasser (HW) - 12 Tore, eine Spieldauerstrafe gegen den gegnerischen Torwart und ein Spielverlauf, der dem Zuschauer mehrfach die Haare zu Berge stehen ließ - das war die Rezeptur, die das Auswärtsspiel der Löwen Frankfurt bei den Lausitzer Füchsen bereithielt.

Marc Schaub kehrte nach exakt zwei Monaten, die er mit einer Knieverletzung pausieren musste in den Löwen-Kader zurück und stand unfreiwillig im Mittelpunkt des Geschehens, als Füchsetorwart Jonathan Boutin ihn zu Anfang des Schlussdrittels mit dem Schläger im Gesicht traf und daraufhin mit einer Spieldauerstrafe das Spiel verlassen musste.

Löwen holen frühen Rückstand auf
Wie schon oft in dieser Saison starteten die Löwen konzentriert in das Spiel, kontrollierten zunächst das Geschehen und erarbeiteten sich in der Anfangsphase eine Vielzahl von Chancen. Allzu oft scheiterten sie dabei aber am eigenen Unvermögen und schlugen über den Puck oder zirkelten die Scheibe knapp am Tor vorbei. Wenn sie dann doch einmal aufs Tor schossen war Jonathan Boutin zur Stelle und vereitelte die Löwen-Chancen.

So kam es wie es kommen musste: Als Henry Martens eine Strafe absitzen musste dauerte es ganze sechs Sekunden, bis die Lausitzer aus ihrem Powerplay Kapital schlugen. Der ehemalige Löwen-Spieler Danny Albrecht schoss den Puck aufs Tor und Scott King verwerte den Abpraller aus kurzer Distanz (12.).

Die Löwen verloren daraufhin kurzzeitig ihre Ordnung, was Greg Classen mit dem nächsten Spielzug ausnutzte und 38 Sekunden nach dem Führungstreffer auf 2:0 erhöhte (13.). Hatten die Löwen bis dahin das Spielgeschehen diktiert, sahen sie ihre Gegner nun am Drücker und gerieten häufig unter Druck. Erst eine Überzahl der Hausherren brachte die Löwen wieder zurück ins Spiel, und wie zuvor die Füchse, machten auch die Löwen kurzen Prozess: Die Überzahl war gerade 14 Sekunden alt, da hämmerte Richard Mueller einen Schlagschuß aufs Tor, den Boutin nur in den Slot abwehren konnte, wo Nick Mazzolini bereits auf den Abpraller lauerte (17.).

Kurz vor Drittelende glichen die Gäste aus Frankfurt mit dem schönsten Spielzug des Abends die frühe 2:0 Führung der Hausherren aus: Nick Mazzolini stahl einem Gegner den Puck von der Kelle, spielte die Scheibe quer auf Nils Liesegang, der wieder zurückpasste, so dass der ebenfalls mitgelaufene Marco Pfleger ins offene Tor schießen konnte (20.).

Löwen gehen mit 5:2 in Führung
Nach dem späten Ausgleich gingen die Löwen mit viel Selbstvertrauen ins zweite Drittel. Wie schon im Anfangsabschnitt setzten sie die Füchse dabei früh unter Druck und erarbeiteten sich viele Spielanteile und anders als im ersten Drittel gelang es ihnen nun auch die Überlegenheit in Toren auszudrücken.

Den Anfang machte Ken Magowan, der mit dem Rücken zum Tor stehend im Slot angespielt wurde, sich den Puck in aller Ruhe auf der Rückhand zurecht legte und ihn anschließend unter die Latte hebelte (30.). 27 Sekunden später schob Richie Mueller am Ende eines seiner bekannten Sololäufe den Puck zwischen Boutins Schonern hindurch ins Netz (30.). Kurz darauf war es dann erneut Ken Magowan, der seine Farben in Überzahl mit dem fünften Löwen-Tor in Folge mit 5:2 in Führung brachte (33.).

Mit der vermeintlich sicheren Führung schlichen sich aber auch wieder einige Nachlässigkeiten ins Spiel der Löwen und die Füchse kamen wieder besser in die Partie und verkürzten in der 35. Minute durch Maxime Legault auf 3:5. Waren es im ersten Drittel die Löwen, die in der letzten Minute noch den Ausgleich erzielten, so waren diesmal die Füchse aus Weißwasser in den Schlußsekunden erfolgreich. Erneut waren sie in Überzahl und erneut gelang es den Löwen nach einem abgewehrten Schuß nicht, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu klären. Thomas Götz reagierte am schnellsten und brachte sein Team noch vor der Pausensirene auf ein Tor an die Löwen heran (40.).

Turbulentes Schlussdrittel
Im Schlußabschnitt erwischten die Hausherren den besseren Start: Vom Eröffnungsbully weg drängten sie in die Frankfurter Zone. Antti Ore gelang es nicht, einen Schuß von Roberto Geiseler festzuhalten und Scott King traf zum vielumjubelten Ausgleich (41.).

Die Lausitzer Füchse schienen nun das Momentum auf ihrer Seite zu haben, doch nur eine Minute später kam es zu vielleicht spielentscheidenden Szene: Marc Schaub umkurvte das Füchsetor und ging hinter dem Tor blutend zu Boden. Der Schiedsrichter sah Füchsegoalie Boutin als den Schuldigen und verhängte aufgrund von Schaubs offensichtlicher Verletzung regelkonform eine Große Strafe (5 Minuten) mit anschließender Spieldauerstrafe gegen den Torwart (42.), so dass Ersatztorwart Johannes Wiedemann völlig unvorbereitet den Posten zwischen den Pfosten beziehen musste und sich sogleich mit dem Powerplay der Löwen konfrontiert sah. Nick Mazzolini nutzte eine der Löwen-Chancen während der fünfminütigen Strafe gegen Boutin, um die Löwen erneut in Führung zu schießen (46.).

In der Folge verteilte der Schiedsrichter in der nicht unfair geführten Partie immer wieder Strafen auf beiden Seiten, so dass die Teams zeitweise nur noch mit je drei Feldspielern agierten und kaum noch ein Spielfluss zustande kam. Jonas Johannsson, der Topscorer der Füchse verpasste dabei gleich mehrere Gelegenheiten zum erneuten Ausgleich. Besser machte es da Lanny Gare, der für die Löwen in der 58. Minute mit einem Bauerntrick den Sack zu machte.

Zwei Heimspiele vor Weihnachten
Das nächste Heimspiel bestreiten die Löwen Übermorgen, am Sonntag, den 21.12.14 um 18:30 Uhr gegen die Heilbronner Falken. Bereits am kommenden Dienstag, den 23.12.2014 spielen die Löwen erneut in der heimischen Eissporthalle. Um 19:30 Uhr tritt der EC Bad Nauheim zum Derby in Frankfurt an. Tickets zu diesem und zu allen weiteren Heimspielen der Löwen gibt es im Löwen-Ticket-Shop. Im Internet wird das Spiel bei Sprade TV im HD-Livestream übertragen.

Lausitzer Füchse - Löwen Frankfurt 5:7 (2:2, 2:3, 1:2)

1:0 (11:44) Scott King (Danny Albrecht, André Mücke) PP1
2:0 (12:22) Greg Classen (Dennis Palka, Jonas Johannsson)
2:1 (16:38) Nick Mazzolini (Richard Mueller, Norman Martens) PP1
2:2 (19:27) Marco Pfleger (Nils Liesegang, Nick Mazzolini)
2:3 (29:18) Ken Magowan (Christian Wichert, Marco Pfleger)
2:4 (29:45) Richard Mueller (Ken Magowan, David Cespiva)
2:5 (32:51) Ken Magowan (Nils Liesegang, Landon Gare) PP1
3:5 (34:30) Maxime Legault (Thomas Götz, Jonas Johannsson) PP1
4:5 (39:27) Thomas Götz (Jonas Gerstung, Maxime Legault) PP1
5:5 (40:24) Scott King (Roberto Geiseler, Maxime Legault)
5:6 (45:00) Nick Mazzolini (Richard Mueller, Norman Martens) PP1
5:7 (57:07) Lanny Gare (Justin Kirsch, Clarke Breitkreuz)

Strafminuten: Weißwasser 15 + 20 (Boutin) - Frankfurt 22.

Zuschauer: 2.004.

Schiedsrichter: Georg-Rainer Köttstorfer,  M. Kees, D. Krah

Löwen Frankfurt: Ore, (Schroth); Vogl, H. Martens, Schwarz, Vas, Cespiva; N. Martens, Kirsch, Schaub, Magowan, Gare, Gradl, Wichert, Pfleger, Mueller, Breitkreuz, Mazzolini, Gelke, Liesegang.