Spielbericht

Wie gewonnen, so zerronnen

Im vierten Spiel gegen Bietigheim verpassen es die Löwen auf den Auswärtssieg aufzubauen und unterliegen mit 1:4. In der Halbfinalserie steht es nun 2:2.

Frankfurt (DJ) – Mit dem grandiosen Comeback-Sieg aus Spiel 3, der 2:1-Serienführung im Rücken und dem Heimvorteil nun auf Ihrer Seite, wollten die Löwen im heutigen vierten Spiel der Serie die Gunst der Stunde nutzen und Bietigheim die dritte Niederlage in Folge beibringen. Für die Steelers und Coach Kevin Gaudet war die Partie somit schon zu einem „do-or-die“-Spiel geworden, denn mit einem 1:3-Rückstand, so Gaudet nach dem Spiel, wäre es für Bietigheim in der Serie mehr als schwer geworden.      

Torwart-Tausch

So versuchte Coach Gaudet seinem Team auch mit allen Mitteln neue Impulse zu versetzen und ließ Sinisa Martinovic im Tor beginnen. Vor allem für die Defensive der Steelers sollte dies ein kleiner „Wake-up-call“ sein, denn Schuld an den Niederlagen hatte der vorherige Goalie Ilya Sharipov sicher nicht. Martinovic erwischte allerdings keinen wirklich guten Start in die Partie und wirkte bei den ersten Schüssen, die er zumeist erst im Nachfassen sichern konnte, noch wenig „sharp“.

Als Patrick Jarrett in der 9. Minute Sinisa Martinovic mit seinem Handgelenksschuss aus dem linken Bullykreis überwand, sah es zunächst sogar so aus, als wirke sich der Wechsel im Steelers-Tor eher zu Gunsten der Löwen aus. Ungestört zog Jarrett über links ins Drittel der Steelers und schoss in Ermangelung aussichtsreicher Passoptionen auf das Tor der Steelers. Martinovic kam zwar an den Puck, konnte diesen aber nicht festhalten, so dass dieser in Zeitlupe über die Linie trudelte.

Doch dieser Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 blieb der letzte Fehler des Bietigheimer Goalies, denn trotz zahlreicher Gelegenheiten gelang den Löwen in den verbleibenden 51 Minuten kein weiterer Treffer mehr.

Disziplin, meine Herren!

Am Montag hatte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor die Löwen noch zum Sieg bei den Steelers geführt. Lediglich eigene Strafen und die Effektivität des Bietigheimer Powerplays (3 Tore bei 6 PP-Situationen) hatten den Erfolg der Löwen gefährdet. Um sich die Arbeit zu erleichtern, wollten die Löwen am heutigen Abend die eigenen Strafen entsprechend eindämmen. Doch obwohl sie auch insgesamt nur 4 Strafen kassierten und lediglich 2 Hinausstellungen zu einem ausgedehnten Powerplay der Steelers führte, stand am Spielende kein Sieg der Löwen auf der Anzeigentafel.

In der 6. Minute gingen die Steelers erstmals in Führung, als Marcus Sommerfeld im linken Bullykreis von außen durch Justin Kelly bedient wurde und Hannibal Weitzmann, der erneut im Tor der Löwen startete, überwand. Seit dem letzten Bietigheimer Tor im ersten Spiel war dieser Treffer der erste der Steelers bei 5-gegen-5 auf dem Eis.

Die Löwen spielten auch heute wieder mit der gleichen Aufstellung und den gleichen Reihenkombinationen wie schon in den Spielen 2 und 3 der Serie. Auf den frühen Rückstand reagierte Löwen-Coach Franz-David Fritzmeier sofort und stellte nun nach Möglichkeit die zweite Reihe um Patrick Jarrett, Matt Pistilli und Dani Bindels gegen den als dritte Reihe „getarnten“ Topsturm der Gäste mit Justin Kelly, Matt McKnight und Marcus Sommerfeld. Zunächst griff diese Maßnahme auch wie gewünscht, denn Kelly & Co. agierten in dieser Kombination im Rest des Spiel weniger auffällig.

Die Führung der Gäste konterten die Löwen in den Folgeminuten praktisch unbeeindruckt und mit dem schnellen Ausgleich zum 1:1 in der 9. Minute. Trotz ausgeglichener Anzahl der Schüsse (7-7) waren die Löwen der Führung im Rest des ersten Drittels vor allem bei den Chancen von Patrick Jarrett (17.) und Brett Breitkreuz (19.) näher als die Steelers, die erst in den letzten Sekunden, dank einer Strafe gegen Clarke Breitkreuz noch zu einer guten Gelegenheit kamen. Eric Valentin blockte den Schuss von Marcus Sommerfeld allerdings ins Fangnetz (20.).

Rückstand in Unterzahl

Sekunden bevor die Löwen den Überhang der Strafe im 2. Drittel erfolgreich überstanden hatten, sprang das Tor bei einer Seitwärtsbewegung von Hannibal Weitzmann aus der Verankerung, wobei die Schiedsrichter eine Intention des Löwen-Goalies erkannt haben wollten und eine weitere Strafe aussprachen (22.).

Als Mike Card im Penalty-Killing dann auch noch der Stock in der Hand zerschlagen wurde, verteidigten nur noch dreieinhalb Löwen gegen fünf Steelers, die dieses Mismatch perfekt zu ihren Gunsten nutzten: Geduldig zirkulierte der Puck, bis schließlich Marcus Sommerfeld dem mittlerweile stocklosen Clarke Breitkreuz gegenüberstand, von diesem nicht am Schuss gehindert werden konnte und so die erneute Führung für die Gäste erzielte (23.).

Der erneute Rückstand schien dabei auch ein wenig den Weg in die Frankfurter Köpfe gefunden zu haben, denn in der Folge nahmen kleine Ungenauigkeiten und Fehler im Spiel der Löwen zu. Vor dem Bietigheimer 3:1 (27.) verlor Tim Schüle im Cycling hinter dem Tor den Kontakt zu Freddy Cabana, so dass dieser den Puck zurück in den Slot spielen durfte, wo Benjamin Zientek gegen die tief stehende Löwen-Verteidigung einrückte und mit seinem „Snap-shot“ die Bietigheimer Führung ausbaute.

Glücklose Löwen

Die Löwen blieben zwar hochengagiert, doch wie auch Franz-David Fritzmeier auf der Pressekonferenz nach dem Spiel attestierte, war die mangelnde Chancenverwertung ein Hauptgrund für die Niederlage am heutigen Abend. Vor allem im Powerplay gelang es den Löwen nicht Zählbares zu produzieren. Chancen hierzu hatten sie genug: Mitte des 1. Drittels, sowie jeweils kurz nach den Gegentoren im 2. Drittel und zu Beginn des Schlussabschnitts agierten die Löwen mit einem Mann mehr auf dem Eis, konnten allerdings die Bietigheimer Defense nie überwinden.

Noch ärgerlicher als die verpasste Chance auf den Anschlusstreffer in Überzahl war im 2. Drittel die Tatsache, dass die Steelers aus der recht souverän überstandenen Bankstrafe das Momentum ab der 30. Minute erstmals nachhaltig auf ihre Seite ziehen konnten. Bietigheim verteidigte abgeklärt und die Löwen kamen eigentlich erst wieder in der 45. Minute zu einer richtig dicken Chance, als C.J. Stretch mit einem Alleingang im Powerplay die Bietigheimer Defense so durchschnitt, dass er frei vor Martinovic auftauchte. Durch einen starken Save hielt Martinovic die Bietigheimer Führung allerdings fest.

Je länger die Steelers ohne Gegentor blieben, desto sicherer schien ihre Verteidigung zu agieren und so schaukelte Bietigheim den Vorsprung letztlich über die Zeit. In der 59. Minute durfte Marcus Sommerfeld mit einem Treffer ins leere Tor gar noch seinen Hattrick komplettieren und sicherte Bietigheim damit endgültig den Sieg und den 2:2 Ausgleich in der Serie.

Ausblick

Aus der Best-of-7 ist nunmehr eine Best-of-3-Serie geworden. Spiel 5 steigt dabei am Freitag (6.4.2018) ab 19.30 Uhr in der EgeTransArena in Bietigheim. Zu Spiel 6 empfangen die Löwen die Steelers am Sonntag, den 8.4. ab 17.00 Uhr wieder in der Eissporthalle. Tickets gibt es, wie gewohnt, im Löwen-Ticket-Shop. Und natürlich überträgt SpradeTV beide Partien live.

 

Löwen Frankfurt - Bietigheim Steelers 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)

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