10 Tore im Löwen-Duell: Frankfurt siegt in Dresden

Dresden (DJ) – Als Charaktertest hatte Tom Pokel die Partie ausgerufen; und sein Team antwortete: Erfolgreich. Mit 4:6 (0:1, 2:2, 2:3) siegten die Löwen Frankfurt beim Tabellenschlusslicht in Dresden. 4.576 Fans in der Joynext-Arena sahen zielstrebige Löwen, die durch Tore von Matthew Wedman (2x), Fabio Kose, Dennis Lobach, Nathan Burns und Cam Brace zu einem verdienten letzten Auswärtssieg am 51. Spieltag der laufenden PENNY DEL Saison kamen. Mirko Pantkowski verbuchte 19 Saves.
Besichtigungstermin
Die Partie in Dresden begleitete ein Hauch von Sommer-Hockey. Nicht nur aufgrund der sonnigen Witterung der letzten Tage, auch aufgrund der sportlich wenig brisanten Ausgangslage. Schließlich standen die Gastgeber schon länger als sportlicher Absteiger fest, die Löwen könnten maximal noch auf Platz 12 in der Tabelle rücken.
Entsprechend entspannt gab sich auch die Kulisse der 4.576 Fans in der Joynext-Arena. Auf dem Eis boten beide Team gute Unterhaltung- zumindest für Freunde des freundlichen Pucksports. Bis zur ersten Strafzeit vergingen 33. Minuten, der gepflegte Körperkontakt schlug selten über die Stränge und auch die Goalies hatten -trotz einiger Tore- eher ruhige Abende.
Vor allem während des ersten Drittels hatte Mirko Pantkwoski häufiger Zeit sich ungestört in der Halle umsehen zu können- lediglich vier Schüsse brachten die Eislöwen auf seinen Kasten, obwohl die Hausherren fast eineinhalb Minuten mehr Puckbesitz hatten. Nur in der 5. Minute war er bei einem freien Abschluss von Sebastian Gorcik aus kurzer Distanz „richtig“ gefordert, fing den Schuss aber dank überragender Reaktion bravurös. 8 und 11 Schüsse (gesamt 23) in den folgenden Dritteln beschäftigten „Pante“ mehr, aber selten brannte es im Torraum der Löwen.
Punktgenau
Auf der anderen Seite frisierten die Löwen Dresdens Goalie Janik Schwendener zwar auch nicht gerade neu, allerdings war Tom Pokels Team offensiv wesentlich präsenter- und treffsicherer. Nach ersten Chancen durch Matt Wedman (2.), Ty Glover (5.), Nate Burns (7.) und Daniel Pfaffengut (11.), fehlten Chris Wilkie in der 16. Minute nur Zentimeter zur Führung. Diese gelang Matt Wedman kurz vor Ende des ersten Abschnitts- mit einem klassisch „humorlosen“ Handgelenksschuss durch die Beine von Schwendener. Daniel Wirt hatte zuvor in der Defensive einen Dresdner Puckverlust provoziert, Wedman trug den Puck nach vorne und versenkte zum Frankfurter 1:0.
Vier Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Fabio Kose oder Markus Schweiger auf 2:0. Der Torschütze war auf dem Eis kaum auszumachen. Schweiger brachte den Puck ins Dresdner Drittel, seine Ablage auf Kose brachte der aus der Distanz vors Tor wo sich Schweiger mit Eislöwen-Verteidiger Bruno Riedl behakte. Von einer Kufe abgelenkt, sprang der Puck ins Netz (25.).
Wer nun aber dachte, dass damit die Partie ihren Lauf definiert bekommen hätte, sah sich getäuscht. Denn gleich zwei recht glückliche Dresdner Tore glichen die Partie binnen zwei Minuten aus: Zunächst durfte Connor Korte gleich zweimal einen Rebound auf das Tor der Löwen drücken, da ihn Chris Wilkie im Slot vor Pantkowski nicht verdrängt bekam (32.). Exakt eine Minute nach Ausspruch der ersten Strafe der Partie gegen Noah Dunham glich Simon Karlsson mit einem gleich durch zwei Löwen abgefälschten Distanzschuss aus (34.). Kurios: sowohl für Korte, wie auch Karlsson waren es die ersten Saisontreffer.
Korrektur der Korrektur
Das 2:2 aus dem Nichts kratzte die Löwen allerdings nur wenig. Zwei starke Shifts nach dem Ausgleich und Dennis Lobach brachten die Löwen keine zwei Minuten später wieder in Front. Nate Burns behauptete den Puck stark gegen seinen Verteidiger und scheiterte von rechts nur an Janik Schwendener. Der am langen Pfosten einrückende Lobach bekam die Scheibe dafür genau vor die Füße und traf zum 3:2.
Dass diese auch nach vierzig Minuten Bestand hatte, verdankten die Löwen dann wieder Mirko Pantkowski, der einen offenen Rebound gegen den freien Justin Braun im Spagat spektakulär wegfischte.
Eine sehr kleinliche Strafe gegen Cam Brace brachte die Eislöwen zu Beginn des Schlussabschnitts zum zweiten Mal ins Powerplay, diesmal allerdings ohne Torerfolg. Gleiches widerfuhr den Frankfurter Löwen nach einer Hinausstellung von Simon Karlsson. In ihrem zweiten Powerplay (nach Bankstrafe gegen Connor Korte) kapitalisierten die Löwen in Person von Nathan Burns dessen Schlittschuh einen Schuss von Maksim Matushkin in die Maschen abfälschte (55.). So „glücklich“ dieser Treffer gewesen sein mochte, Nathan Burns hatte sich dieses Tor mehr als verdient, denn er war schon im PP zuvor nur knapp an Schwendener gescheitert.
Empty-Net-Festival
Damit die Partie nicht zu früh entschieden war, sorgte Austin Ortega keine Minute nach dem 2:4 für den neuerlichen Anschluss (56.). Trotz sechs Feldspielern auf dem Eis gelang den Dresdner Eislöwen in ihren letzten heimischen DEL-Minuten der Saison kein Ausgleich mehr. Tore allerdings fielen dennoch: Matthew Wedman und Cam Brace trafen noch ins leere Dresdner Tor, Matthias Pischoff ins ebenso leere Löwen-Tor. Mirko Pantkowski war allerdings natürlich nicht auf der Bank, sein Klärungsversuch im Herauslaufen allerdings verlief nicht wie gewünscht, so das auch noch Pischoff fünf Sekunden vor dem Ende seinen ersten Saisontreffer erzielen durfte.
Ausblick
Am Sonntag empfangen die Löwen Frankfurt die Nürnberg IceTigers zum letzten Saisonspiel in der NIX Eissporthalle. Spielbeginn ist, wie in allen Partien am Sonntag, um 14.00 Uhr. Karten gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop. Wie gewohnt überträgt MAGENTA SPORT live, in Farbe und bunt.
Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 4:6 (0:1, 2:2,2:3)