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Spielberichte

An Tagen wie diesen…: Löwen stoppen die Rekord-Siegesserie des Tabellenführers

Ein perfektes Auswärtsspiel beschert den Löwen einen 4:1-Triumph bei den Kölner Haien.

Köln (DM) – 16 Siege in Serie verbuchten die Kölner Haie seit Mitte Dezember. Bis am 44. Spieltag der laufenden DEL-Saison die Löwen Frankfurt am Dom gastierten. In fröhlicher Erwartung des nächsten Erfolges wurden 18.600 Zuschauer in der Lanxess-Arena Zeuge eines überzeugenden Auftrittes der Löwen Frankfurt, die im letzten Drittel einen Rückstand drehten und mit zwei Empty-Net-Toren den sensationellen 4:1-Sieg (0:0, 1:0, 0:4) perfekt machten. Zweimal Tommy Pasanen sowie Nate Burns und Matthew Wedman trafen für die Löwen, im Tor brillierte Cody Brenner mit 23 Saves (95,83 Sv%).

Wünsch Dir was

Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit dem 28. Spieltag ohne Niederlage und seit Ende November in jedem Spiel gepunktet. Was die Kölner Haie seit drei Monaten in der PENNY DEL veranstalten, ist schlicht sensationell. Dass diese Serie irgendwann mal reißen würde, war klar- schließlich ist es das Gesetz einer jeden Serie. Dass es aber ausgerechnet heute, in einem Heimspiel vor ausverkauftem Haus gegen die Löwen Frankfurt sein würde, hätte wohl kaum jemand ernsthaft in Erwägung gezogen. Zu oft gelang es den Haien in den letzten Monaten die Partie doch immernoch irgendwie zu ihren Gunsten zu drehen.

Hier kommt Cody

Als Carter Rowney in der der 57. Minute beim Spielstand von 1:2 eine Strafe wegen Stockschlags kassierte, schien auch heute wieder der Ausweg für die Kölner bereitet zu werden. Mit dem besten Powerplay der Liga (rund 32% Erfolgsquote) gesegnet, traten die Haie an- und scheiterten. Gegen schnörkellose, kämpfende und in Unterzahl noch bissigere Löwen und einen Goalie Cody Brenner, der Greg MacLeod, Patrick Russell, Valteri Kemiläinen & Co schlichtweg verzweifeln ließ. In der letzten Minute des Powerplays sogar mit 6-gegen-4-Mann agierend, feuerten die Haie alles aufs Tor, was ihnen auf die Kelle kam. Fünf Blocks der Verteidigung, sechs Saves von Brenner, kein Tor für Köln. Vor allem den Slot hielten die Löwen sauber, räumten die Rebounds aus der Gefahrenzone und überstanden so diese kritischste Phase des Spiels nicht durch Glück, sondern durch eigenen Einsatz.

Defensiv-Gang

Schon im gesamten Schlussdrittel war Frankfurts Verteidigung für die Gastgeber nicht zu knacken. Wobei dies nicht (nur) auf gutes Spiel in der eigenen Zone zurückzuführen war, sondern schon weit vorher begann. Denn heute griff das Frankfurter Forechecking, gab Köln im Spielaufbau wenig Zeit, forcierte ungenaue Pässe so dass die Löwen spätestens in der neutralen Zone guten Zugriff auf den Puck bekamen. Auch dank des heute in allen Reihen auffällig guten läuferischen Einsatzes, mit dem die Löwen die Räume zwischen den Reihen gut minimierten, erstickten sie viele Kölner Angriff vor einem Abschluss. Gerade einmal 24 Torschüsse (18 davon bis zur 57. Minute) gelangen dem Tabellenführer gegen die Löwen-Defensive.

Nichts bleibt für die Ewigkeit

Dass die Haie in der 33. Minute dennoch in Führung gingen, verdankten sie einem Moment zu großer Freiheit und der individuellen Klasse von Greg MacLeod. Bei einem Wechsel der Löwen durfte Kölns Topstürmer ungestört in die Frankfurter Zone ziehen und nutzte dann Daniel Wirt als Screen, um Cody Brenner zum 1:0 zu überwinden.

Der Gegentreffer hätte als Momentum-Killer die Löwen wirksam treffen können, waren Sie zu diesem Zeitpunkt doch eigentlich die über weite Strecken spielkontrollierende Mannschaft. Bis zur zweiten Pause waren es dann auch die Kölner, die dem 2:0 durch Chancen von Russell (33.) und van Calster (35.) sowie im Powerplay (ab 36.) nah kamen, aber immer wieder in Cody Brenner ihren Meister fanden.

Steh auf (wenn Du am Boden bist)

Pünktlich zum Schlussdrittel erweckte Head Coach Tom Pokel sein Team aber wieder. Und seine Löwen erinnerten sich an ihr starkes Spiel aus dem ersten Drittel, das sie trotz des 0:0 nach 20 Minuten mit 12:3 Torschüssen beinahe dominierten. Nur Janne Juvonen im Tor der Haie hielt die Löwen von der Anzeigentafel fern.

Dies aber auch nur bis zur 42. Minute. Dann zog Carter Rowney mit all seiner altmeisterlichen Klasse „from coast to coast“, scheiterte selbst zwar auch an Juvonen, aber ausgerechnet Defensiv-Verteidiger Tommy Pasanen stand an der Torraumgrenze genau richtig um den Rebound durch des Goalies Beine zum 1:1 über die Linie zu drücken.

Mit dem Ausgleich auf der Anzeigentafel kam der Mut zurück ins Team der Löwen, die in der Folge die Partie gegen den Tabellenführer tatsächlich diktierten. Ein Powerplay (ab 48.) verstrich noch torlos, doch in der 54. Minute gelang die erste Führung: Mit überragender Ruhe und Präzision in seinem langen Pass setzte Linus Fröberg den über rechts durchstartenden Daniel Pfaffengut in Szene. Mit einem perfekten Querpass fand er den ungestört an den langen Pfosten crashenden Nate Burns, der die Scheibe problemlos an Juvonen vorbei ins Tor tippte.

Schönen Gruß, auf Wiedersehen

Bis zu Rowneys Strafe (57.) behielten die Löwen die Partie im Griff. In Überzahl erinnerten sich die Haie aber an ihre Serie und setzen nocheinmal alles daran den Ausgleich zu erzielen. Doch stattdessen kassierten sie nur noch zwei Empty-Netter ins verlassene Tor: Matt Wedman und nochmals Tommy Pasanen trafen mit beeindruckender Präzision aus der eigenen Zone (60.) zum 4:1-Endstand.

Ausblick

Vier Wochen ist nun Olympiapause. Weiter geht es für die Löwen am Mittwoch, den 25.2.2026, um 19.30 Uhr gegen Bremerhaven. Karten für die Partie gibt es schon jetzt im Löwen-Ticket-Shop. Natürlich überträgt MAGENTASPORT auch diese Begegnung wieder live und in Farbe.

Kölner Haie – Löwen Frankfurt 1:4 (0:0, 1:0, 0:4)  

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