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Team

Citywalk mit Anthony Romano: „Es kann endlich losgehen“

Für unseren zweiten Citywalk sind wir mit Anthony Romano verabredet. Als wir den Kanadier an der Kabine abholen, hat er ein Kühlpack am Fuß. „Aah, mich hat ein Schuss genau zwischen Schlittschuh und Schoner am Knöchel erwischt.“ Ob er denn jetzt mit uns durch die Stadt laufen könne, fragen wir. Kein Problem! Wenig später sitzen wir in der U-Bahn zur Alten Oper, wo wir unsere Tour durch die Innenstadt beginnen wollen.

„Hier war ich schon mal. Das ist ein wirklich schöner Platz“, erzählt Romano sofort, als wir mit dem Aufzug von der Station an die Oberfläche kommen. Es ist noch mal ein warmer Tag im September, auf dem Platz rauscht der Brunnen und vom Weinfest auf der Fressgass hört man die ersten Gäste. Der Blick von hier auf die Hochhäuser erinnert den 25-Jährigen an Toronto. In Vaughan, unmittelbar vor den Toren Torontos, ist er aufgewachsen. Hier ist sein Zuhause. Mit der Skyline können wir also nicht groß punkten. „Frankfurt ist Toronto sehr ähnlich. Nicht nur die Skyline auch die Banken sind in Toronto“, vergleicht der Stürmer die beiden Partnerstädte. „Das ist schon sehr ähnlich.“ 

Vom Opernplatz geht es über die Fressgass rüber zum neuen Four-Hochhaus-Ensemble. Hier hat eine neue Eisdiele eröffnet, die fast den gleichen Namen trägt wie der neue Löwen-Stürmer. Dabei erklärt er uns, wie sein Name richtig ausgesprochen werde: „Es heißt Romano“. Dabei betont er das A in der Mitte und gibt dem Ganzen einen italienischen Klang. 

Der väterliche Teil der Familie stammt ursprünglich aus Italien. „Mein Großonkel und meine Großtante leben noch dort.“ Italien war bislang auch das einzige europäische Land, das Romano besuchen konnte. Jetzt ist er in Deutschland und steht mitten in Frankfurt neben dem höchsten Bürogebäude des Kontinents. Die Frage nach Angst vor der Höhe kommt auf: „Ich habe kein Problem mit der Höhe. Mir ist es aber lieber auf dem Boden zu stehen.“ 

Dass er Gipfel sportlich erstürmen kann, zeigte er in der vergangenen Saison. In der ECHL gewann der 180 cm große Playmaker mit den Florida Everblades den Kelly Cup. Mit 79 Punkten in 84 Spielen (inkl. Playoffs) war er der Punktbeste seines Teams. „Das war der bisher emotionalste Moment meiner Karriere. Wir waren eine tolle Gruppe. So weit in der Saison zu kommen, ist schon etwas besonderes“, berichtet Romano. Die Zeit in Florida hat er genossen. „Nach dem Training konnte man sich in die Sonne legen oder Golf spielen. Das kenne ich von Kanada nicht“, schmunzelt er. Einige seiner ehemaligen Kollegen sind wie er in diesem Sommer nach Europa gewechselt. 

„Jetzt kenne ich ein paar Spieler in den europäischen Ligen. Da werde ich mal genauer hinschauen.“ So ist auch die PENNY DEL neu für ihn. „In den Videos aus Frankfurt habe ich die tolle Stimmung gesehen. Ich bin wirklich gespannt, wie es sein wird vor den Fans zu spielen. In Augsburg beim Testspiel gab es ja schon einen Vorgeschmack“, freut sich Romano auf den Saisonstart. „Die Vorbereitung ist sehr lang. Es kann jetzt endlich losgehen.“

Den Spielplan hat er sich bereits genau angeschaut, um den perfekten Zeitpunkt für den Besuch aus der Heimat zu finden. „Zwei Heimspiele an einem Wochenende oder ein Auswärtsspiel in Mannheim, das ist nicht so weit weg, sind schon ideal, wenn meine Familie kommt.“ Bis dahin muss er das Alleine-Leben testen: „Ich wohne zum ersten Mal ohne Mitbewohner. Sonst war ich immer mit Teamkollegen in einer WG.“ Doch ganz alleine ist er nicht, denn im gleichen Haus wohnt Löwen-Stürmer Matthew Wedman. 

Am Ende unserer Tour kommen wir natürlich am Römerberg vorbei. Wir wollen noch von ihm wissen, ob er den linken Bullykreis als sein Büro sieht. In den Testspielen schoss er immer wieder von dort aufs Tor, aus dieser Position bislang leider ohne Erfolg. „Ja, vielleicht“, lacht er. „Ich dachte mir, irgendwann muss er doch mal reingehen. Aber lieber jetzt so, wenn sie dann in der Saison reingehen.“