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Flotter Dreier vor der Pause: Frankfurt trifft auf Straubing, Berlin und Köln

Die vierwöchige Olympia-Pause schaut schon um die Ecke, aber noch sind die Spieltage 42, 43 und 44 der laufenden PENNY DEL Saison zu absolvieren. Die Löwen reisen hierfür am Freitag, 23.1.2026 zunächst nach Straubing (Eisstadion am Pulverturm, Spielbeginn 19.30 Uhr), ehe am Sonntag die Eisbären aus Berlin in der NIX Eissporthalle gastieren (Spielbeginn 16.30 Uhr, Karten im Löwen-Ticket-Shop). Den Abschluss macht die Partie beim Tabellenführer in Köln am Di, 27.1.2026 (Lanxess Arena, ab 19.30 Uhr).

Straubing Tigers: Tabellenführer der Statistik

Zum ersten Mal trifft Tom Pokel mit den Löwen in Straubing auf seinen alten Verein. Siebeneinhalb Jahre prägte er den aktuellen Werdegang der Tigers von einem „Bottom 6-Team“ zu einem sicheren Play-Off Kandidaten. Auch (immernoch) dank Pokels Fundament liegen die Tigers aktuell mit 74 Punkten und Tabellenplatz 5 voll im Soll. Bei Toren und Gegentoren ist der EHC im Ligavergleich gar noch einen Platz besser. Überhaupt ist es schwierig eine echte Schwäche bei den Tigers zu finden: bei Schüssen, Torschüssen, Pässen und -quote, Zweikämpfen, Puckbesitz und (fast traditionell) auch den Corsi-Stats ist Straubing entweder die beste oder zweitbeste Mannschaft der Liga. Mit 82,17 % ist auch das Unterzahl (3.) sehr stark, einzig das Powerplay (19,83 %, Platz 8, Löwen 18,85 % Pl. 9) fällt etwas ab. Negativ führen die Niederbayern die Tabelle der 2min Strafen an (167 Strafe, Löwen: 158). Die aktuelle Form der Tigers ist mit vier Niederlagen in Serie nicht unbedingt ideal, wobei dies den Löwen vergangenes Wochenende in Augsburg auch nicht half… Straubing Topscorer sind Nicholas Halloran (18 T, 28 A, 46 P) und Marcel Brandt (14 T , 22 A, 36 P). Im Tor ist Henrik Haukeland (21 Siege, 2,44 GTS, 90,63 %) die klare Nummer 1.

 

Eisbären Berlin: Meister im Mittelfeld

Ungewöhnlich für die erfolgsverwöhnten Berliner hängen die Eisbären immernoch in der Mitte der Tabelle, vor dem Wochenende auf Platz 7 (64 Punkte) fest. Zwei Punkte fehlen zu Bremerhaven auf Platz 6- und auch wenn der amtierende Meister wohl das teamgewordene Play-Off-Monster ist: Die erste Play-Off-Runde würde mal in Hohenschönhausen sicherlich gerne „auslassen“. Strak sind die Eisbären beim strukturierten 5-gegen-5 (54,59 % CorsiF) und den Zweikämpfen (51,4 %). Nicht gut läuft hingegen, ungewöhnlicherweise, das Passspiel (schwächste Quote der Liga, 81,09 %) sowie Powerplay (16,95 % Pl. 13) und Unterzahl (75,94 %, Pl. 10). Gerade hier sind die Löwen durchaus einen Tick besser…
Berlins Topscorer und bester Torschütze der Liga ist Liam Kirk (29 T, 18 A, 47 P) sowie Freddy Tiffels (8 T, 33 A, 41 P). Im Tor wird es höchstwahrscheinlich mit einem Widersehen mit Löwen-Aufstiegsgoalie Jake Hildebrand (88,97 %, 16 Siege, 3,06 GTS) kommen.

 

Kölner Haie: Klassenbester

Vor dem Wochenende stehen die Haie bei 14 Siegen in Serie und jagen den Rekord der Adler aus der Saison 2001/02 (15 Siege). Muss noch mehr geschrieben werden? Nunja- vielleicht: Dass die Haie die Liga aktuell mit 14 Punkten Vorsprung anführen würden, war bis Ende November noch lange nicht vorherzusehen. Nach 20 Spielen stand der KEC bei 12 Siegen und 8 Niederlagen, u.a. auch gegen die Löwen und inkl. einer 10:3 Packung in Ingolstadt. Doch wie schon im letzten Jahr verinnerlichte das Team (und vor allem die Neuzugänge darin) von Head Coach Kari Jalonen das Spielsystem des Finnens mit jeder Partie mehr. Immer flüssiger griffen die Rädchen ineinander, so dass in den 21 Spielen seitdem nur noch eine einzige Niederlage (10.12.; 1:2 n.V. gegen München) steht. Interessanterweise überragen die Haie dabei keine Teamstatistik sondern liegen bei Pässen, Zweikämpfen, Schüssen, Corsi usw. eher auf den Rängen zwischen 4 und 8. Die einzigen beiden Werte Kölner Dominanz sind die Erfolgsquote bei den Torschüssen (12,75 %) und das beste Powerplay der Liga (31,75 %). Köln feuerwerkt sich nicht durch die Liga, sondern gewinnt auf einem extrem sicheren Defensivgerüst, in Kombination mit einer hocheffektiven Offensive und der Gabe offenbar immer einen Weg zu finden, um zu gewinnen (genau dem Gegenteil der Löwen…). Topscorer der Haie sind Patrick Russel (25 T, 27 A 52 P) und Greg MacLeod (13 T, 29 A, 42 P [in 30 Spielen!]). Im Tor dominiert Janne Juvonen (20 Siege, 1,97 GTS, 93,27 SV%).

 

Löwen Frankfurt: Positiv in die Pause?

Auch wenn bei den Löwen die Niederlagenserie immernoch Bestand hat und mittlerweile bei sechs steht: Der Punktgewinn im letzten Spiel gegen das Topteam aus Ingolstadt fühlte sich gut an. Dass Tom Pokels Team die beste Offensive der Liga bei nur zwei Toren (nach 65min) hielt, war durchaus stark. Vor allem Goalie Mirko Pantkowski überragte mit 94,12 Sv% und verhalf den Löwen fast im Alleingang zu einem extrem wichtigen Punkt. „Pante“ ist aktuell klar der am besten mit dem Defensivspiel der Löwen harmonierende Torhüter. Entsprechend spannend dürfte die Frage werden, in welchen der drei Spiele er von Tom Pokel den Starting Job anvertraut bekommt. Und welcher Backup möglicherweise auch mal ran darf. Cody Brenners Chancen stehen nach seiner Genesung wohl besser als die von Dustin Tokarski. Letzterer kam bisher auf dem europäischen Eis noch überhaupt nicht zurecht und fing sich selbst bei offenen Schüssen Gegentore. Eine Tendenz, die man aus seinem starken Positionsspiel in Nordamerika so eigentlich nicht kannte. Da mit Reid McNeills Comeback alle Ausländerlizenzen fit sind, müssten bei einem Start von Tokarski 2 Feldspieler-ALs auf die Tribüne.
Die existenzielle Bedeutung guter Defensivarbeit wurde beim Spiel gegen Ingolstadt deutlich unterstrichen. Fangen die Löwen wenig Tore, sind Punktgewinne auch gegen Top-Teams möglich. Entsprechend dürften die kommenden Partien gegen drei „dicke Fische“ mit einem nachhaltigen Fokus auf guter Defensive -die bereits bei den Stürmern beginnt- angegangen werden. Captain Maksim Matushkin wird wieder ins Team zurückkehren; wer hierfür aussetzen wird, entscheiden die Coaches kurzfristig. Philipp Bidoul wird zumindest am Freitag beim EC Bad Nauheim spielen.