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Spielberichte

Keine Gaben an Dreikönig: Löwen unterliegen in Ingolstadt

Offensivstarke Panther verteilen keine Gaben trotz eines engagierten Spiel der Löwen.

Ingolstadt – Feiertag in Bayern, Arbeit in Hessen. Wie die gesetzliche Arbeitsregelung am Tag der hl. Drei Könige, so gab sich auch das Geschehen auf dem Eis. Ohne Gold oder Weihrauch, wohl aber etwas „myrrhisch“ machten sich die Löwen nach der 6:3-Niederlage zurück auf den Weg nach Frankfurt. Trotz eines energiereichen Auftrittes und einiger guter Passagen war gegen den Tabellendritten des ERC Ingolstadt heute nichts zu holen. Vor nur 3.765 Zuschauern am 37. Spieltag der laufenden PENNY DEL-Saison in der Saturn-Arena trafen Cam Brace, Eric Uba und Daniel Pfaffengut für die Löwen, im Tor gelangen Dustin Tokarski 27 Saves (81,8% SV%).

Frankfurter Gastgeschenke

Zuletzt zeigten sich die Löwen vor allem defensiv deutlich verbessert und stabiler (in vier von fünf Spielen max. zwei Gegentore). So gaben sich die Jungs von Head-Coach Tom Pokel seit Weihnachten in jedem Spiel die Chance auf Punktgewinne. Ausgerechnet bei der offensiv treffsichersten Mannschaft der Liga fehlte diese defensive Struktur heute in mehreren Szenen.

Gleichzeitig zeigten die Panther: Wenn es offensiv „läuft“, spielt das Glück manchmal von selbst mit. Bestes Beispiel: das heutige 1:0 des ERCI in der 11. Minute durch Daniel Pietta. Riley Barber brachte die Scheibe gen Tor, traf Piettas Kufe und die Scheibe ging perfekt ins Netz. Ein Geschenk für den Routinier, der heute sein 1100. DEL Spiel absolvierte. Und damit es einem solch seltenen Jubiläum auch gerecht wird, durfte Pietta in der 58. Minute auch den Schlusspunkt setzen: Gerade auf dem Weg in die Schlussoffensive verließ Dustin Tokarski seinen Kasten. Doch noch ehe der sechste Feldspieler auf dem Eis war, verloren die die Löwen den Puck beim Zone Entry und Pietta durfte ins leere Tor vollenden (6:3).

Aber auch abgesehen von diesen beiden Treffern: Die Löwen ließen heute zu oft zu viel zu, wie auch Daniel Pfaffengut nach dem Spiel bemängelte.

Glauben durch Leidenschaft

Dass sie sich dennoch auch heute bis in den Schlussabschnitt hinein eine Chance auf eine Zählbares gaben, unterstreicht ihre neu gewonnene Klasse. Nur gut drei Minuten nach dem 0:1-Rückstand antwortete das Frankfurter Powerplay: Matuschkin, Fröberg, Rowney, Wedman und Brace sorgten für ordentlich Bewegung im Ingolstädter Drittel. Als ein kalkuliert neben das Tor gesetzter Schuss Matuschkins von der Hintertorbande zurück vor das Tor tropfte, stand Cam Brace goldrichtig um ins offene Tor zu versenkten (1:1, 14.).

Auch die erneute Führung durch Alex Breton (16.) konterten die Löwen- und zwar perfekt getimt: Genau eine Sekunde vor Ende des 1. Drittels tackerte Neuzugang Eric Uba einen Rebound aus dem rechten Bullykreis flach an Panther-Goalie Brett Brochu zum 2:2 in die Maschen.

Statistisch und optisch waren die Hausherren das spielbestimmende Team (13:5 Torschüsse, 14:3 Bullies, über 2min mehr Offensivzonenzeit). Der Anzeigentafel (und den Löwen) war das beim 2:2 Zwischenstand herzlich egal.
Aber natürlich war klar: Wollten die Löwen heute tatsächlich etwas in Ingolstadt gewinnen, mussten sie besser spielen. Und das taten sie im zweiten Drittel auch: offensiv mutiger (15 Torschüsse), zielstrebiger und insgesamt zügiger im Spiel. Mehrfach gelang es ihnen auch durch guten Zugriff in der neutralen Zone Ingolstädter Angriffe schon vor einem Zone Entry zu nullifizieren. Aber genauso misslang den verteidigenden Löwen auch immer wieder das eigene Klären der Zone und die Befreiung aus Ingolstädter Angriffsdruck.

Das Unglück der Tüchtigen

So wie vor dem 3:2, dass Sam Ruopp mit einem Handgelenksschuss von der blauen Linie gelang. Mindestens zweimal hätten sich die Löwen zuvor befreien können, zweimal hielt der ERC den Puck „heiß“. Bei Ruopps Schuss war Dustin Tokarski dann auch noch die Sicht „perfekt“ genommen, so dass Frankfurts heutiger Starting Goalie praktisch keine Abwehrchance hatte (26.).

Das 4:2 fiel durch einen Alleingang von Austen Keating (38.), der bei 4-gegen-4 Spielern auf dem Eis nach einem Puckverlust der Löwen im Ingolstädter Slot von Alex Breton auf die Reise geschickt wurde und Tokarski mit einem platzierten Snap shot überwand.

Für Dustin Tokarski, die hochkarätige Nachverpflichtung im Löwen-Tor, war auch der heutige Start einer, den er sicher gern schnell vergessen würde. Wobei er in vielen Szenen schlicht machtlos war. Abgesehen vom 2:1 durch Breton -der offene Schuss rutschte ihm durch das „Five-Hole“- war Tokarski bei den Gegentreffern nur das letzte Glied in einer Verkettung von Missgeschicken, Fehlern oder Versäumnissen. So wie beim fünften Ingolstädter Tor durch Daniel Schmölz (43.): Weder in Zweikämpfen an der Bande noch beim Arbeiten im Slot bekamen die Löwen Zugriff auf den umherflippernden Puck, so dass Schmölz letztlich aus kurzer Distanz vollstrecken durfte.

Der Treffer zum 5:3 war für die Löwen der entscheidende Nackenschlag im Spiel. 20 Sekunden vor der zweiten Pause hatte Daniel Pfaffengut das engagierte Mitteldrittel der Löwen noch mit einem Treffer in Unterzahl belohnt. Pfaffengut fing einen Querpass an der blauen Linie ab, lief Breton davon und gab den Löwen mit dem Anschlusstreffer zum 3:4 viel Hoffnung zu Beginn des Schlussdrittels. Doch als Schmölz früh der Versicherungstreffer gelang, waren die Löwen geschlagen.

Ausblick

Noch bis zum Wochenende hält die Liga die Schlagzahl: Am Freitag (9.1.2026) empfangen die Löwen Frankfurt die Adler Mannheim zum Derby in der NIX Eissporthalle (Spielbeginn 19.30 Uhr). Restkarten, auch aus dem Re-Sale, gibt es noch im Löwen-Ticket-Shop. Am Sonntag, den 11.1.26 gastieren die Löwen dann zur „Martinée“ (ab 14.00 Uhr) in Wolfsburg. MAGENTASPORT überträgt natürlich live und in Farbe.

 

ERC Ingolstadt – Löwen Frankfurt 6:3 (2:2, 2:1, 2:0)

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